Melkonyan



Istanbul Dolmabahce Palast

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Istanbulaufenthalt von 22.09.- 26.09.2007

 

In diesem Jahr haben wir wieder, wie in den vergangenen Jahren, nach unserer großen Reise einen kurzen Aufenthalt in Istanbul gemacht. Als wir in Istanbul gelandet waren und zum Hotel gebracht wurden, haben  wir erfahren, dass mein Bruder Vartan (86) vor einigen Tagen gestorben ist und morgen am 23.09.2007 beerdigt wird. Es war für uns ein Schock. Am Sonntag wurde er beerdigt. Wir waren traurig, aber wir konnten die ganzen Tage, die wir in Istanbul verbrachten, nicht zu Hause sitzen und weinen. Wir haben uns vorgenommen, zuerst den Dolmabahçe Palast zu besichtigen und danach mit der Fähre eine Rundfahrt auf dem Bosporus zu machen.
Der Dolmabahçe Palast war sehr imposant. Unser Sohn Harutyun begleitete uns auf der Reise, und er hat mehrere Bilder gemacht, davon habe ich einige abgebildet. Über den Palast steht nachfolgend die ausführliche Beschreibung.

Wikipedia

Dolmabahçe Palast in Istanbul

Die Vorgeschichte


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Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts residierte der Kalif-Sultan des Osmanischen Reichs im weitgehend mittelalterlich geprägten Topkapı-Palast. Nachdem der Kontakt zu Zentraleuropa im Laufe des 18. Jahrhunderts immer intensiver wurde, kulturelle Standards von dort auch im Osmanischen Reich übernommen wurden, erschien es dem Kalif-Sultan wichtig, sich auch hinsichtlich seiner Hauptresidenz an europäischen Standards messen lassen zu können.

Im Auftrag von Sultan Abdülmecid I. wurde deshalb durch die armenischen Architekten Karabet und Nikoğos Balyan, die auch eine europäische Architektenausbildung hatten, der Dolmabahçe-Palast vom 13. Juni 1843 bis zum 7. Juni 1856 als neue Residenz erbaut und später von verschiedenen Herrschern aus- und umgebaut. Die in vier Generationen İstanbul mit neoklassizistischen Prachtbauten schmückten: Die Paläste in Beylerbeyi und Çırağan, Darphane-i Amire, Aynalı Kavak Kasrı, die Moscheen von Dolmabahçe und Ortaköy sind nur einige ihrer Werke. Die Baukosten des Dolmabahçe Palast betrugen rund fünf Millionen Pfund Sterling, was damals etwa einem Viertel der jährlichen Steuereinnahmen entsprach. Tatsächlich wurde die Baumaßnahme über die Ausgabe von Papiergeld finanziert. So soll der Finanzminister dem Sultan zu den Baukosten die Auskunft erteilt haben, dass sie 3500 Piaster (damals 32 Pfund Sterling) betragen hätten – das waren die Kosten für den Druck des Papiergeldes![1] Dieses Finanzgebaren belastete die Staatskasse enorm und trug erheblich dazu bei, dass das Osmanische Reich als „Kranker Mann am Bosporus“ in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den Staatsbankrott trieb und von ausländischen Mächten finanzpolitisch unter Zwangsverwaltung gestellt wurde.

Im Dolmabahce-Palast wurde das erste türkische Parlament eröffnet, das jedoch nach zwei Monaten bereits wieder aufgelöst wurde. Wichtige Staatsgäste besuchten diesen offiziellen Regierungssitz, darunter der österreichische Kaiser Franz Josef und der deutsche Kaiser Wilhelm II. Bis heute dient der Palast als Schauplatz
repräsentativer Staatsempfänge. Auch Atatürk wohnte in diesem Palast während seiner Istanbul-Aufenthalte, er starb hier sogar im Alter von 58 Jahren.










Das Bauprogramm

Das Gebäude misst in der Länge 600 Meter, hat eine Fläche von 45.000 m², 46 Säle, 285 Zimmer, sechs Hamam und 68 Baderäume.

Das äußere Erscheinungsbild, insbesondere die Ansicht vom Bosporus aus, zeigt eine klassisch-europäische Zweiflügelanlage, die durch einen großen Mittelrisalit und Seitenrisalite gegliedert wird. Im Innern dieses europäischen Erscheinungsbildes wurde aber ein traditionell osmanisches Raumprogramm umgesetzt: Der Palast ist baulich streng getrennt in einen südlichen Flügel, der die Repräsentationsräume enthält, und einen nördlichen Teil, in dem sich der weitläufige Wohnbereich für den Sultan und seinen Harem befindet. Scharnier zwischen den beiden Funktionsbereichen ist der große Empfangssaal (Muayede Salonu) mit einer Grundfläche von 2000 m² und einer 36 m hohen Kuppel. Da der Harem völlig von der Außenwelt abgeschlossen sein musste, betritt der externe Besucher – im Gegensatz zu einem europäischen Palast – das Gebäude an der südlichen Schmalseite, wo sich auch der Haupteingang befindet. Dort sind auch die Repräsentationsräume zum Empfang von Besuch und ausländischen Diplomaten angeordnet. Von hier entwickelt sich die Raumfolge auf den zentralen Empfangssaal hin, hinter dem sich dann die Räume des Harems entfalten. Er weist acht miteinander verbundene Apartments für die Frauen des Kalif-Sultans und für seine Mutter auf, jedes mit eigenem Baderaum.

Die dem Bosporus zugewandte Terrasse ist zum Ufer hin durch einen hohen Zaun abgeschlossen, dessen Tore zu Anlegestellen führen, die aber heute nicht mehr regelmäßig genutzt werden.

Die Ausstattung
Der Muayede Salonu bildet das Zentrum des Serails, er hat eine Fläche von 2000 Quadratmetern und wird von 56 Säulen getragen. Die Kuppel des Saales misst 36 Meter und trägt einen der größten Kristallluster der Welt (4,5 Tonnen).

Bemerkenswert ist zum einen die Ausstattung des Serails, die jeweils den technisch modernsten Standard aufwies, der zur Verfügung stand. So hatte der Palast von Anfang an Gasbeleuchtung und wassergespülte Toiletten, deren Technik aus Großbritannien importiert war. In kontinentaleuropäischen Palästen dieser Zeit gab es so etwas noch nicht. Nachträglich eingebaut wurden eine Zentralheizung und ein Aufzug.

Bemerkenswert ist zum anderen auch die übrige Ausstattung des Palastes: 14 Tonnen Gold wurden allein verwendet, um die Decken des Palastes zu vergolden. Die zentrale Halle (Muayede) wird durch den größten Kronleuchter der Welt dekoriert, ein Geschenk der Königin Victoria von Großbritannien, der 750 Glühlampen aufweist. Der Palast birgt heute die größte Sammlung von Kristallleuchtern aus Böhmen und Baccarat. Auch das Treppengeländer in einem der Repräsentations-Treppenhäuser besteht aus Kristall. Stilistisch entspricht die Ausstattung einem osmanischen Historismus mit europäischen Renaissance- und Barockelementen.


 

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