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Forderung des Zentralrats

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Die Schweigemauer durchbrechen


Armenier fordern klares Wort gegen Deportation

 
Die Drohungen des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan, 100.000 Armenier zu deportieren, haben helle Empörung ausgelöst. Der Zentralrat der Armenier in Deutschland (ZAD) sieht in einer solchen Ankündigung  Parallelen zur Vorgeschichte des Völkermords von 1915, dem damals eineinhalb Millionen Landsleute im Osmanischen Reich zum Opfer fielen. Der ZAD-Vorsitzende Azat Ordukhanyan: „Erst wird das Volk von der Regierung gegen ethnische oder religiöse Minderheiten aufgehetzt, dann folgen Pogrome, und am Ende steht der Genozid.“ Solange die Staatengemeinschaft schweige, so Ordukhanyan, bleibe diese Bedrohung in der Welt. Er fordert die Bundesregierung dringlich auf, die Schweigemauer zu durchbrechen und klare Worte zu finden gegen die schweren Entgleisungen Erdogans. „Wenn unsere Bundeskanzlerin Merkel demnächst nach Ankara fährt, muss sie sich eindeutig gegen diese Androhung einer Deportation verwahren.“ Jetzt werde sichtbar, wie gefährlich die Position des Auswärtigen Amtes ist, das sich erst kürzlich wieder in der Frage der Anerkennung des Völkermords von 1915 an die Seite der türkischen Völkermordleugner gestellt habe. „Das war“, so Ordukhanyan, „nicht nur eine Ohrfeige für die Opfer, es war auch eine Ermutigung für die Täter: Die Politik der eliminatorischen Angriffe, wie der amerikanische Historiker Daniel Goldhagen es nennt, hat Erfolg. Die Geschichte des Völkermords dauert an, bis die Staatengemeinschaft ein klares Stoppsignal setzt.“ Der ZAD fordert Parlament und Bundesregierung erneut auf, endlich nach dem Beispiel vieler anderer Länder eine auch förmliche Anerkennung des Genozids zu beschließen. „Völkermord darf nicht länger als Mittel der Politik geduldet werden“, so der ZAD-Vorsitzende. „Die Drohung mit der Deportation der Armenier aus der Türkei muss Konsequenzen haben. Der Wertekanon der Europäischen Union steht auf dem Spiel, wenn unsere Regierungen solche kalkulierten rassistischen Drohgebärden unkommentiert zur Kenntnis nehmen.“

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Vorstand des Zentralrats der Armenier in Deutschland

Frankfurt am Main

19.03.2010

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