Melkonyan



Polovinas 50 Jahre in Oelde

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Als ich im Oktober 1957 nach Oelde kam und anfing bei der Ventilatorenfabrik zu arbeiten, waren außer mir noch ein Inder und ein Engländer als Praktikanten in Oelde. Kurz danach benötigten die Oelder Firmen Arbeitskräfte für die Fertigstellung ihrer Aufträge. Im Jahre 1959 haben die Verantwortlichen der Oelder  Fabriken, Emaillierwerk Krone, Haver und Boecker, Fa. Cordes in Lette, Emaillierwerk Frieling, Fa. Hammelmann und die Verzinkerei Osthues und Bahlmann, mich angesprochen und wollten Gastarbeiter aus der Türkei nach Oelde holen. Sie fragten mich, ob ich ihnen sprachlich behilflich sein kann. Ich habe meine Hilfe zugesagt und hinzugefügt, dass die Gastarbeiter aus der Türkei sehr fleißige und arbeitsame Menschen sind, und dass alle Firmen mit diesen Menschen sehr zufrieden sein werden. Da sie Muslime sind,  müssen zuerst in deren Wohnungen und in den Fabriken französische Toiletten mit Wasserhahn eingebaut werden. Die gläubigen Muslime beten fünf Mal am Tag, dafür muss man Verständnis zeigen und es ihnen erlauben  Die Muslime essen kein Schweinfleisch, darauf muss geachtet werden. Die Firmen wollten aber diese Umstellungen nicht. Daraufhin habe ich vorgeschlagen, Griechen nach Oelde zu holen, und erklärte, dass ich griechisch und auch armenisch spreche.

Der Vorschlag wurde akzeptiert, und die Firma Cordes hat die ersten acht Griechen nach Lette geholt. Sie wohnten in der Gastwirtschaft Linnemann auf der Lindenstrasse. Leider verunglückte ein Grieche in der ersten Woche bei einem Betriebsunfall tödlich. Ich bin mit dem damaligen Geschäftsführer der Firma Cordes, Herrn Ross, für die Erledigung der Formalitäten zum griechischen Konsulat nach Bielefeld gefahren, und anschließend wurde der Sarg nach Griechenland zu seiner Familie gebracht. Kurz danach kamen auch die angeworbenen Griechen in Gruppen nach Oelde. Dimitrios Polovinas, geboren am 06.08.1939 in Koufovounou/Griechenland, kam am 17. September 1963 als Tourist nach Oelde. Damals befand sich noch das Arbeitsamt auf der Warendorfer Strasse in Oelde. Er fand Arbeit bei dem Emaillierwerk Krone auf der Wallstrasse, bekam eine Arbeitserlaubnis und vom Ausländeramt eine Aufenthaltserlaubnis. Die Firma Krone hatte ein Haus Ecke Wallstraße/Grünerweg für die Mitarbeiter gemietet. Alle Griechen, die bei der Firma Krone beschäftigt waren, haben in dem zweistöckigen Haus gewohnt, auch Dimitrios Polovinas. Sein Hobby war das Klarinette spielen. Er spielte bei allen Hochzeiten seiner Bekannten, weil er Spaß hatte, zu musizieren. Im Jahre 1964 kam seine Frau Maria, geborene Papadopoulou, geboren am 20. 08.1937, als Touristin nach Oelde und arbeitete auch bei der Fa. Krone. Dort bekam sie die Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis. Beide haben dann auf der Straße zum Schützenhof 5 gewohnt. Nach einem Jahr, 1965, ist das Ehepaar nach Griechenland zurückgekehrt, und dort wurde der Sohn geboren. Das Ehepaar Polovinas ist mit dem Kind wieder nach Deutschland gekommen. Frau und Herr Polovinas arbeiteten dann bei der Fa. Eternit in Neubeckum, wo Maria 18 Jahre arbeitete. Dimitrios hatte inzwischen mehrere Firmen gewechselt, und zum Schluss arbeitete er in einer Spannplattenfirma in Beelen, bis die Firma im Jahre 1984 Insolvenz anmelden musste. Während Maria bei der Firma Eternit arbeitete, war Dimitrios arbeitslos, bis zu seiner Rente im Jahre 2004. In all den Jahren bis heute übt er sein Hobby, das Klarinette spielen,  zu seiner Freude und der seiner Bekannten aus.  Jetzt wohnen sie beide auf der Straße Nordring 11, und Dimitrios feiert am 17.09.2013 seinen 50jährigen Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland.

 

 

     


 

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