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Bienen in Gefahr

E-Mail vom 29.07.2011 von Klaus Maresch

Kreisveterinäramt fordert Imker zur unverzüglichen Behandlung der Bienenvölker gegen die Varroa-Milbe auf

Rhein-Sieg-Kreis (dk) – Die Varroa-Milbe - ein 1 mm großer und mit bloßem Auge sichtbarer Bienenparasit – hat sich mittlerweile im gesamten Bundesgebiet flächendeckend ausgebreitet und ist inzwischen zu einer ernsten Bedrohung für die Bienengesundheit geworden. Die Varroa-Milbe kann Bienenvölker derart schwächen, dass dem Befall mit dem Parasiten das gesamte Bienenvolk im Winter zum Opfer fällt.

Dr. Hanns von den Driesch, Leiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes des Rhein-Sieg-Kreises wendet sich mit dem dringenden Appell an alle Imker: „Da von einem Befall fast aller Bienenvölker mit der Varroa-Milbe ausgegangen werden kann, ist eine unverzügliche Behandlung der Bienenvölker mit wirksamen Präparaten gegen den Parasiten durch die Imker notwendig. Mit der Ameisensäure und Thymolpräparaten stehen Wirkstoffe zu Verfügung, die bei korrekter Anwendung keinerlei nachteilige Beeinflussung der Honigproduktion und dessen Qualität als Lebensmittel zur Folge haben.“

Die richtige Anwendung dieser Mittel sowie die Wahl des dafür richtigen Zeitpunktes erfordert eine entsprechende Sachkenntnis. Bieneninstitute und Imkervereine sowie die Bienenseuchensachverständigen der Veterinärbehörden stehen allen Imkern mit Ratschlägen zur korrekten Behandlung ihrer Bienenvölker zur Verfügung.

„Ich rate allen Imkern, in diesem Jahr unbedingt ab Mitte Juli die Honigernte zu beenden und dann sofort mit der Behandlung zu beginnen. Eine verspätete oder nicht sachgerecht vorgenommene Behandlung erhöht die Gefahr eines erneuten Befalls“, empfiehlt Dr. Klaus Mann, Leiter des Tierärztlichen Dienstes im Kreisveterinäramt.  

In diesem Zusammenhang weist das Kreisveterinäramt erneut darauf hin, dass die Bienenhaltung gemäß der Bienenseuchenverordnung beim zuständigen Veterinäramt angezeigt werden muss. Imker, die ihrer Anzeigenpflicht bisher noch nicht nachgekommen sind, werden gebeten, dies sofort nachzuholen.

Im Falle einer Bienenseuche erschweren nicht behördlich registrierte Bienenhalter die Bekämpfung der Seuche ganz erheblich, da sie nicht in entsprechende Behandlungsprogramme aufgenommen werden können und dadurch eine erneute Ansteckungsquelle darstellen.

Anträge können beim Kreisveterinäramt unter der Telefonnummer 02241/13-2610 oder 13-2603 angefordert werden.

 

Bienen in Gefahr - Behörden warnen vor Killer-Milben - General-Anzeiger vom 12. Juli 2011

 

General-Anzeiger vom 12. Juli 2011

Der Name ist Programm: varroa destructor, wie die Biologen den 1,6 Millimeter langen Winzling nennen, ist tatsächlich zerstörerisch – und für die europäische Honigbiene garantiert tödlich. Die Varroa-Milbe ist ein echter Vampir: Sie krallt sich auf der Biene fest und zapft ihr das Blut ab. Um uns Menschen die Vorstellung zu erleichtern: Stellen Sie sich vor, ein fremdes Wesen von der Größe eines Kaninchens verbeißt sich in Ihrem Rücken, saugt pro Tag etwa einen Liter Blut aus Ihrem Körper und überträgt zugleich ein paar tödliche Viren auf ihren ohnehin schon geschwächten Organismus. Ironie des Schicksals: Die Varroa-Milbe gehört gar nicht nach Europa, sie wurde erst vor 30 Jahren von deutschen Wissenschaftlern zu Forschungszwecken aus Asien mitgebracht, büxte aus dem Bienen-Labor aus und vermehrt sich seither hemmungslos. Die Honigbiene, seit Abermillionen Jahren in Europa zu Hause, hat im Gegensatz zu ihren asiatischen Verwandten keine Chance zur Gegenwehr. Nun könnten wir denken: Statt Honig gibt es im Supermarkt doch Marmelade und Nutella als Alternativen. In Wahrheit aber wäre ein Genozid auch für den Menschen eine Katastrophe, weit dramatischer als Fukushima. Denn 80 Prozent unserer landwirtschaftlichen Nutzpflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen, und davon wiederum besorgen die Bienen mit 80 Prozent den Löwenanteil. Ohne die Bienen wäre die Ernährung der Weltbevölkerung in höchster Gefahr. Nun wollen die Veterinärämter im Rheinland erstmals massiv gegen die Invasion der Killer-Milben vorgehen und auf die Imker einwirken, ihre Bienenstöcke zu „impfen“. Diese Woche werden die rund 450 registrierten Bienenhalter im Rhein-Sieg-Kreis einen Brief von der Kreisverwaltung erhalten, der Rheinisch-Bergische Kreis wird in Kürze nachziehen, und die Stadt Bonn hat schon vergangene Woche 120 Briefe verschickt. Darin wird die baldige Behandlung dringend empfohlen. Bei der Empfehlung wird es nicht bleiben, war aus dem Bonner Stadthaus zu erfahren: Man werde stichprobenartig kontrollieren und notfalls saftige Bußgelder gegen schwarze Schafe unter den Imkern verhängen.

Wolfgang Kaes

 


 

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