Melkonyan



Der Todesmarsch der Armenier

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Einige Passagen aus dem Buch „Der Todesmarsch der Armenier“ von SAIT ÇETINOGLU, veröffentlicht im Internet HyeTert.

Mutter, hasst Du die Türken heute, wegen der Taten, die sie Dir und Deiner Familie angetan haben? Sie antwortete mir sofort: „Nein, ich hasse sie nicht“. (Diese Worte kommen mir sehr bekannt vor. Meine Mutter hat mir von meinem Jugend an immer gepredigt, anscheinend um mein Leben in der Türkei leichter zu machen, dass nicht alle Türken schlecht sind und hat niemals über die Taten, die an den Armeniern verübt wurden, erzählt. Sie sagte mir aber immer, dass ich die Türken nicht hassen soll, alle sind nicht so grausam wie damals, sonst würde ich heute nicht auf der Welt sein. (Vahric)). Danach fragte sie mich: „Aus welchem Grund? Ich sagte ihr: „Sie haben deine Habe, Haus und Grund weggenommen, alle Deine Familienangehörigen umgebracht, und Du hasst sie nicht? „Das weiß ich nicht. Die Türken haben uns gehasst, weil wir Christen waren, sie haben uns GAVUR, Ungläubige, genannt. Es klingt komisch,  aber ich hasse sie nicht. Der Gott wird sie bestrafen, nicht ich. Denke nicht darüber nach Margret, der Hass ist wie die Säure, die den eigenen Behälter vernichtet. Das Hassgefühl soll in deinem Leben keinen Platz haben. Die schlechten Erinnerungen müssen vergessen werden“. Margret stellte eine naive Frage: „Warum hat der Gott sich nicht reingemischt und Euch nicht geholfen“? Mutter zog die Schultern hoch und sagte: „Warum, weiß ich nicht, das weiß allein Gott, wenn ich ihn einmal sehe, frage ich ihn“.

Es wurde damals keinem Türken vertraut: Esthers Bruder erzählte ihr damals 1915, dass sie keinem Türken Vertrauen schenken darf, ausnahmslos keinem Türken, auch den Türken nicht, die sie als ihre Freunde kennen, dürfen sie nicht trauen, weil sie sie eines Tages verraten werden,  und erzählte weiter die folgende Geschichte: Eine armenische und eine türkische Familie leben seit drei Generationen als Nachbarn nebeneinander. Eines Tages sagte der Ehemann der türkischen Familie zu seinem armenischen Nachbarn: „Du brauchst keine Angst um Deine Familie zu haben, Deine Familie und meine Familie leben seit Jahren zusammen in der Nachbarschaft, wir sind Freunde, Deine Kinder spielen seit Jahren zusammen mit meinen Kindern und sind Spielfreunde, Deine Frau ist mit meiner Frau wie eine Schwester. Ich werde niemals zulassen, dass ihr Schmerzen bekommt. Ich schleife jeden Tag meine Messer nur für Euch. Deine Familie und Du, werdet keine Schmerzen fühlen. Ich verspreche es Dir mein Freund“.

Esther erzählte ihrer Tochter Margret, was die Bedeutung des Schlagwortes „Der Kurde darf schlagen“ heißt: In der Provinz Van lebte ein moslemischer AGA, ein in dem Dorf angesehene Person. Eines Tages  kaufte er  einen nagelneuen Säbel und ging zusammen mit seinen Freunden zum Dorf zurück, in dem sie leben. Unterwegs sehen sie einen Armenier, der ihnen langsam an seinem Stock entgegen kommt. Der AGA überlegte  sich: “Der richtige Moment, um das Ausprobieren meines Säbels, ist gekommen“ und hob seinen Säbel ohne zu zögern in die Richtung des Kopfes des Armeniers. Aber der Armenier war schon vorsichtig und wehrte sich mit dem Stock gegen den Säbel. Der Säbel brach in zwei Teile. Der Kurde schleppte den Armenier  zu Agantz heute Ercis, vor den Richter  und verlangte von dem Armenier die Ersetzung eines neuen Säbels. Der arme Armenier erzählte dem Richter, dass er nur, um sich zu schützen, den Stock, den er bei sich hatte, vor sein Kopf hochgehoben habe. Der Moslemische Richter sagte zu dem Armenier: „Hast Du nicht gewusst, der jenige, der den Säbel über Deinen Kopf gehoben hat, ein Kurde ist? Mit welchem Recht hebst Du den Stock hoch, um Dich zu schützen?“ Er verurteilte den Armenier dazu, den Wert des Säbels zu ersetzen. Seit dem wird das Schlagwort „Der Kurde darf schlagen“ gebraucht. In einem Ottomanischen Gericht hat ein Armenier keine Chancen, sein Recht zu bekommen.


 

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