Melkonyan



Gedenkfeier an den Völkermord am 24. April 2010

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Die Tatsache, dass der Hass da ist, wird als Beweis genommen dafür, dass er auf etwas beruhen muss (Harry Mulisch zum Antisemitismus)

95 Jahre türkischer Völkermord an den Armeniern
Kehl, 24. April 2010

Gedenkfeier

Dr. Jochen Mangelsen, Bremen
 NIE WIEDER! Das geht uns so leicht von den Lippen. Wer an den Massengräbern von Katyn steht, wer im Stelenfeld von Berlin umherirrt, wer in Buchenwald auf Spurensuche geht: NIE WIEDER! Das sagt sich so leicht, eine Pflichtübung gegenüber den Toten, gegenüber den Ermordeten. Eine inhaltsleere Floskel. 

Rechnen wir doch einfach einmal nach. Und dabei hilft uns der amerikanische Historiker Daniel Goldhagen: Er kommt zu dem Ergebnis, dass mehr Menschen durch Völkermorde umgekommen sind als in „regulären“ Kriegen. Mehr Opfer staatlicher Mordlust als staatlicher kriegerischer Auseinandersetzungen. Krieg geschieht unter Staaten, Völkermord dagegen, das ist der direkte  Angriff  eines Staates gegen Zivilgesellschaften. Es gibt nur ein Ziel: Ausrottung. Jeder Versuch, hinter dem Völkermord einen „Sinn“ zu vermuten, läuft ins Leere. Es sei denn, wir fragten nach der Seele des Menschen, versuchten, die Seele des Menschen auszuloten – und müssten unversehens erleben, wie unsere Ausgrabungen ein schwarzes Grausen zutage fördern. Auch so ist der Mensch! 

NIE WIEDER? Es geschieht immer wieder, überall. Wir wissen das natürlich, wir wissen, dass Menschen ermordet werden. Wie schauen zu, das Fernsehen ist ja heute immer dabei. Wir schauen zu, wir sind entsetzt, wir überlassen die Sache unseren Politikern – die wägen dann unsere Interessen ab. 

NIE WIEDER? Das ist leicht gesagt. Wenn aber ein türkischer Ministerpräsident mit der Deportation von 100.000 Armeniern droht – dann schweigt die Politik, dann schweigen auch die deutschen Politiker, die vielleicht einen Tag später ein Konzentrationslager besuchen und Betroffenheit in die Kamera produzieren. Dabei wissen wir doch, dass solche Drohungen ein Klima vorbereiten, in dem zukünftige Massaker angelegt sind, dass sie zur konkreten Vorbereitung von Vernichtungsaktionen dienen können. Goldhagen spricht von „eliminatorischen Angriffen“ und erweitert den Begriff des Völkermords damit auf die jeweilige Vorgeschichte. Das ist sehr erhellend, wenn wir den Genozid von 1915 betrachten. Müssen wir nun also heute, 95 Jahre danach, aus den Drohungen Ankaras schließen, dass Vergangenheit und Gegenwart noch immer auf tragische Weise miteinander verwoben sind? 

Ich fürchte: ja. Nicht, dass Ankara nun etwa die Vollendung des osmanischen Traums einer Armenier-freien Türkei anstrebt. So weit gehe ich nicht. Aber die Türkei hat erfahren, dass die Welt schweigt. Und darum kann die türkische Regierung, wenn irgendwo auf diesem Planeten jemand das Schweigen brechen will, eine solche Drohkulisse aufbauen. Damit versucht Ankara natürlich auch, die Armenier weltweit mundtot zu machen. Und Deutschland beugt sich, andere Länder beugen sich ebenso. Da werden Interessen abgewogen, werden geopolitische und militärische Interessen abgewogen, und dann wird aus einem Völkermord ein tragisches Ereignis, das gelegentlich einmal von Historikern untersucht werden sollte. 

NIE WIEDER? Völkermorde können verhindert werden, wenn die internationale Gemeinschaft sie eindeutig und offen verurteilt, wenn sie alle eliminatorischen Angriffe auf ethnische oder religiöse Minderheiten sanktioniert. Wenn sie die Wahrheit ausspricht, wenn sie die Lüge nicht länger hinnimmt. Das deutsche Außenministerium hat sich erst vor wenigen Tagen der türkischen Sprachregelung angenähert, hat sich damit an die Seite der Völkermordleugner gestellt. Das heißt, nur wenig zugespitzt, dass Völkermord als Mittel der Politik zumindest hingenommen wird. 

Aber wird die deutsche Bundesregierung nun etwa Einladungen zu Gedenkveranstaltungen in Auschwitz, in Srebrenica, in Darfur, in Hiroshima schamvoll ablehnen? Wir werden es noch oft hören: 

NIE WIEDER

Und das zu recht. Dies ist keine leere Floskel. Sie wird missbraucht, ja. Sie wird als inhaltsleere Schablone missbraucht, ja. Aber sie ist doch wahr. Weil sie uns daran erinnert, dass wir eine Verantwortung für die Schöpfung haben, dass niemand Macht über Leben und Tod eines anderen ausüben darf, dass ein Befehl zum Mord nicht weniger schlimm ist als der Mord selbst. 

Vor allem aber ist dieses Wort – nie wieder – so wichtig und richtig, weil es uns zu den Toten führt, weil es uns den ermordeten Opfern nahe bringt. 

Wir gedenken hier heute – und mit uns tun es Millionen andere Menschen in aller Welt – der armenischen Opfer des türkischen Völkermords von 1915 ebenso aber auch der pontos-griechischen und aramäischen Opfer jener Jahre. Das ist keine abstrakte Trauer um eine abstrakte Zahl von Toten. Wir alle haben doch Bilder vor uns, konkrete Bilder von wirklichen Menschen. Sie werden heute lebendig, sie erzählen uns heute ihre Geschichten. 

Eine armenische Freundin, seit bald 20 Jahren in Deutschland, hat mir kürzlich die Geschichte ihrer Familie erzählt. Zum ersten Mal, noch nie hat sie darüber sprechen können – obwohl sie  doch schon die dritte Generation danach ist, obwohl sie doch Abstand haben sollte. Aber genau das ist ja das Werk dieser verheerenden türkischen Völkermordlüge: Sie setzt die Nachfahren der Ermordeten unter ständigen Rechtfertigungsdruck, sie verhindert Trauerarbeit, sie zerstört die Seelen, sie bewirkt, dass Trauer und Erinnerung keine Heimat finden. 

Die Geschichte einer Flucht: von Van nach Yerevan. Unbeschreibliches Elend unterwegs, Krankheit, Tod. Und eine Geburt, eine glückliche Geburt auf halbem Weg. Aber die junge Mutter verliert den Verstand, sie wird irre an sich und an Gott, sie wird die Familie verraten, sie wird alle in den Tod reißen. Ihr Vater erstickt sie mit einem Kissen. Er bleibt zurück mit dem Leichnam. Niemand hat ihn danach je wieder gesehen. Wir haben, als die Freundin mir diese Geschichte erzählte, gemeinsam geweint. Und dann ist mir klar geworden: Jeder von Ihnen, jeder Armenier, jede Armenierin hat eine solche Geschichte im Kopf, Sie alle könnten sie erzählen. Und wenn ich Geister sehen könnte, würde ich vermutlich jetzt, in diesem Augenblick, hier im Raum ganz viele solcher Geister entdecken, Engel vielleicht, wie sie über Ihren Köpfen schweben, wie sie Ihnen von den Großeltern und den Urgroßeltern berichten, von guten alten Zeiten schwatzen, von der geizigen Tante in Van, vom störrischen Ziegenbock in Musch, von den Weizenfeldern in Amassia. Aber sie werden Ihnen auch von den ausgetrockneten Brunnen entlang der Bagdadbahn erzählen, vom roten Euphrat, von der Wüste. 

NIE WIEDER! Nein, nie wieder darf so eine Flucht notwendig werden. Nie wieder dürfen solche Bilder von Mord und tödlicher Deportation in die Köpfe von Menschen gepflanzt werden. 

Aber wem können die Armenier glauben, wenn er sie seiner Solidarität versichert? Als vor fünf Jahren der Deutsche Bundestag seine berühmte Resolution zum Armenier-Thema verabschiedete, gehörte ich zu denen, die darin die offizielle deutsche Anerkennung des Völkermords von 1915 sahen. Alle Kriterien, die die Völkermordkonvention der Vereinten Nationen auflistet, sind enthalten. Alle Fraktionen haben eindeutig von Völkermord geredet, als sie diese Resolution gemeinsam einbrachten. Alles war gut, auch wenn am Ende der Begriff selbst im Text ausgespart blieb. Ich glaube bis heute, dass damals vor fünf Jahren alles gut war. Aber ich war naiv, ich habe nicht damit gerechnet, dass im diplomatischen politischen Geschäft Winkelzüge selbst bei einem Thema wie Völkermord offenbar gang und gäbe sind. Die Bundesregierung jedenfalls ist im Vorfeld des Ankara-Besuchs der Kanzlerin vom Geist der Resolution abgerückt. Ich habe mich getäuscht. Es war ein schwerer Fehler, dass der damalige Text Raum für Interpretationen offen gelassen hat. Das Außenministerium hat das genutzt – schamlos genutzt, wie ich finde, für billige tagespolitische Zwecke. Und das bedeutet nicht nur, dass wir alle, Armenier und Deutsche, betrogen wurden und dass die Anerkennungsfrage wieder auf den Stand vor 2005 zurückgeworfen wurde. Das heißt auch, dass die deutsche Volksvertretung, dass alle Abgeordneten, die sich seinerzeit für die Anerkennung des Völkermords eingesetzt haben, desavouiert und betrogen sind. Oder war es wirklich so, wie ich dieser Tage gelesen habe: Man signalisiert den Armeniern mit einer solchen Resolution, dass sie gehört worden sind – um zu verhindern, dass sie weiter reden? 

Es wird höchste Zeit, dass in Berlin ein Mahnmal für die Opfer des türkischen Völkermords an den Armeniern entsteht. An prominenter Stelle, mit offizieller staatlicher Unterstützung. Der Zentralrat der Armenier in Deutschland hat dazu jetzt eine Initiative gestartet. Am 24. April des Jahres 2015, zur einhundertsten Wiederkehr der dunkelsten armenischen Nacht, soll dieses Mahnmal eingeweiht werden. Es wird auch ein Symbol sein für eine Wende in der deutschen Politik. 

Wahrhaftig erinnern – versöhnt leben. Das war das Motto zum Jahrestag der Bombardierung Dresdens. Da steht die Frauenkirche als Symbol der Versöhnung, als Symbol der Heilung. Genau das soll auch dieses Denkmal leisten: als Ort der Erinnerung, aber auch als ein Ort, der in die Zukunft weist und uns alle daran mahnt, dass so etwas nie wieder geschehen darf. Ein Mahnmal, das der Trauer hierzulande eine Heimat gibt, das aber auch den heute hier lebenden Armeniern ein Signal sein kann für ein selbstbewusstes Leben ohne das Trauma des Verlustes, ohne das Gefühl, weiterhin Opfer – Opfer  einer gigantischen historischen Lüge – zu sein. 

Wahrhaftig erinnern – nur so kann Versöhnung funktionieren. Solange die Völkermordleugner an der Macht sind, so lange kann es keine Versöhnung geben. Worüber sollten Armenier und Türken sich versöhnen, wenn da doch gar nichts war? Wenn es keinen Gegenstand gibt, über den man sich versöhnen könnte? 

Versöhnung setzt Anerkennung voraus. Die Türkei muss den Genozid anerkennen. Solange es diesen Weg nicht geht, versperrt das Land sich selbst die europäische Perspektive. Solange sich dieses Land seiner eigenen Geschichte nicht stellt, solange es den Völkermord schlicht als Akt nationaler Selbstverteidigung umdeutet und ihn damit bis heute als sinnvolles politisches Handeln, als legitimes Mittel der Politik begreift, so lange kann die Türkei nicht Mitglied einer Wertegemeinschaft wie der Europäischen Union sein. Der Völkermord von 1915 ist ja nicht nur das dunkelste Kapitel in der armenischen Geschichte, er ist zugleich das dunkelste Kapitel in der türkischen Geschichte. Die Anerkennung der Fakten könnte dieses Land befreien von seinen selbst auferlegten Fesseln. Versöhnung nach innen, so würden Psychologen es vermutlich benennen. Die türkische Soziologin Necla Kelek spricht von einem „kollektiven Reflex“, der ihre Landleute gern in eine Opferrolle schlüpfen lässt. Eine Opferrolle, aus der häufig wieder Aggressivität erwächst. Das betrifft besonders die türkischen Bürger hierzulande, die immer wieder einmal konfrontiert werden mit der Geschichte ihrer Vorfahren. 

Zum Beispiel mit „Aghet“, diesem bemerkenswerten NDR-Film, der keine Ausreden mehr zulässt. Eine Chance für die hier lebenden Türken, die sie, da bin ich ziemlich sicher, nicht ergreifen werden: Nämlich zu erkennen, wie sie von der Regierung in Ankara und ihren Handlangern hierzulande um ihre eigene Geschichte betrogen werden, eine Geschichte, die für sie so schmerzhaft ist wie die deutsche Geschichte den Deutschen, die aber doch ihre eigene wäre. 

NIE WIEDER? Ein türkischer Bekannter spricht von der Fortsetzung türkischer Genozidpolitik bis auf den heutigen Tag. Er spricht vom anhaltenden Ethnozid, vom Spurenverwischen, er spricht davon, wie hiesige türkische Gemeinschaften von Ankara munitioniert werden. Er sagt: Es ist noch nicht vorbei. 

Und Deutschland? Wir reisen gern in das Land am Bosporus, wir genießen die Gastfreundschaft, lieben die gefüllten Blätterteigtaschen und bewundern die Zeugnisse uralter Kulturen. Die Spuren armenischen Lebens allerdings sind verwaschen. Die Gräber von eineinhalb Millionen Toten? Wir werden sie nicht finden. Wie ehrlich ist unsere Betroffenheit, wenn wir für den nächsten Sommer schon einen Strandurlaub bei Antalya gebucht haben? 

Unser „Nie wieder“ beruht auf der Erfahrung von Nationalsozialismus und Holocaust. Aber es ist unlösbar verbunden mit der Erinnerung an die Opfer. Wer diese Opfer nicht sehen will, wer ihren Tod einer staatlich besetzten paritätischen Kommission überlassen will, wer die Rücksicht auf die Täter über die Erinnerung an die Opfer stellt, der verspielt die Glaubwürdigkeit eines solchen Satzes, würdigt ihn zu einer leeren Floskel herab. 

Nie wieder? Nie wieder, ja. Aber das kann nur heißen, dass wir hier und heute an die deutsche Politik appellieren, endlich ein klares Bekenntnis abzulegen. Deutschland hat Schuld auf sich geladen, hat eine Verantwortung für das, was damals im Osmanischen Reich geschah. Es hat die Schuldigen gedeckt, es hat zugeschaut, es hat Interessen abgewogen und dabei die Armenier fallen gelassen, es hat Zensur geübt, es hat den Mördern ein luxuriöses Exil in Berlin geboten. Die Bundesregierung versucht, die Aufarbeitung des Genozids von 1915 als eine Angelegenheit allein zwischen der Türkei und Armenien darzustellen. Deutschland hat damit nichts zu tun? Deutschland hat Schuld auf sich geladen. Diese Schuld muss abgetragen werden. 

Die deutsche Politik jedoch ist feige. Die Politiker sind feige. Sie wollen sich nicht trauen, der verbündeten Türkei die Wahrheit abzuverlangen. Aber genau das ist es, was Sie, was wir alle gemeinsam einfordern müssen, die Armenier ebenso wie wir Deutschen: 

Sagt jetzt endlich diesen einen einfachen Satz - Es war ein Genozid. 

Und sagt diesen Satz nicht, weil Ihr nett zu den Armeniern sein wollt. Die Armenier sind auf Euer Wohlwollen nicht angewiesen, sie haben die Wahrheit auf ihrer Seite. Sagt diesen Satz aus Verantwortung der eigenen Geschichte gegenüber. Sagt ihn aus der Erfahrung mit dem Holocaust heraus, sagt ihn, weil Ihr Euch einem Menschenbild verpflichtet fühlt, das Deportation und Vernichtung verbietet. 

Sagt endlich diesen einen einfachen Satz. Und stellt die Völkermordlüge unter Strafe. Wir können es nicht länger hinnehmen, dass die Leugnung eines solchen Verbrechens gegen die Menschheit ungesühnt bleibt. Die Genozidlüge ist so verwerflich wie die Auschwitzlüge. Erst mit einem solchen Straftatbestand können die Armenier in Deutschland sich sicher fühlen – erst dann wird die Würde der Ermordeten und der Überlebenden wirklich geschützt sein. 

Sagt diesen einen einfachen Satz. Dann wird ein Prozess eingeleitet, der am Ende auch in der Türkei die dunklen Schatten der Geschichte fortblasen wird. Dann reden wir von Versöhnung. 

Das Lepsiushaus Potsdam, schon mit seiner Gründungsgeschichte dem Gedanken der Versöhnung verpflichtet, war vor einigen Monaten überraschend ins Zwielicht geraten, weil der Anschein entstanden war, man verzichte um einer fragwürdigen Versöhnung willen auf die Anerkennung des Genozids durch die Türkei. Eine ähnliche Idee hatten offenbar die USA, als sie den Armeniern die sogenannten Protokolle diktierten. Mittlerweile hat das Verfassungsgericht in Jerewan festgestellt, dass die Frage des Genozids nicht zur Disposition stehen kann. Und das Lepsiushaus hat völlig unzweideutig erklärt: man setzt sich nach wie vor „entschieden für die Anerkennung der Wahrheit über den Völkermord an den Armeniern und für Versöhnung auf der Grundlage der Anerkennung ein“. Jene Freundin, von der ich Ihnen erzählte, hat in der Nacht vom 9. auf den 10. April mit bangem Herzen vor dem Fernsehgerät gehockt: Aghet. Würde sie ihre Verwandten wieder sehen? Würde sie ihren Großvater treffen? 

Ich habe sie gefragt, ob sie Hass gefühlt habe. Ratlosigkeit hat sie gefühlt, Verworrenheit. Eine grenzenlose Hilflosigkeit. „Hass“, sagte sie, „das ist für die anderen. Hass hat uns getötet. Ich will nicht so sein wie die Täter.“ Und dann fügt sie hinzu: „Ich will aber auch nicht länger Opfer sein, es ist genug.“ 

Es wird höchste Zeit. Die Völkermordlüge, die türkische wie die deutsche Völkermordlüge gehört auf den Müllhaufen der Geschichte. Alle kennen die Wahrheit, wir müssen sie nur aussprechen. So wie Günter Grass sie ausgesprochen hat. In Istanbul, vor türkischem Publikum. Und er musste vermutlich nicht einmal besonders mutig sein, um das zu tun. 

NIE WIEDER

Eine sinnentleerte Floskel und eine wichtige Lehre aus der Geschichte. Beides zugleich. 

Fordern wir ihn also ein - von unseren Politikern und von den Medien - diesen einen einfachen Satz: Es war ein Genozid. Es war kein Massaker, es war kein Pogrom, es war kein tragisches Ereignis, es war kein Krieg – es war Mord, Völkermord. 

Fordern wir diesen Satz ein, hartnäckig, immer wieder, kompromisslos: Es war ein Genozid. 

Dann stehen wir spätestens im Jahre 2015 alle gemeinsam am Mahnmal in Berlin und hören in uns hinein: 

NIE WIEDER.



 

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