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Honig

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                                                                     HONIG

  

Honig ist das älteste und natürlichste Süßmittel der Menschheit. Natürlichstes Süßmittel in dem Sinne, dass es – Natur belassen - so genossen wird, wie die Natur es liefert. Honig dient dem Bienenvolk als Energiequelle, um längere Zeiten ohne Nahrung von außen zu überleben. So muss etwa im Winter eine Mindesttemperatur der so genannten Wintertraube von 10°C gehalten werden, weil sonst die Bienen absterben.

Die Biene saugt den Nektar oder Honigtau über ihren Rüssel auf. In der Honigblase wird dieser dann in den Stock transportiert. Dort wird der zuckerhaltige Saft an die Stockbienen weitergegeben. Schon während des Transports und jetzt im Bienenstock werden laufend bieneneigene Stoffe hinzugegeben und der Wassergehalt reduziert. Die von der Biene hinzugefügten Enzyme bewirken eine Veränderung des Zuckerspektrums und die Entstehung von Inhibinen, diese hemmen das Wachstum von Hefen und Bakterien. Die Reduzierung des Wassergehalts erfolgt in zwei Schritten: Zuerst wird ein Tropfen Nektar über den Rüssel mehrfach herausgelassen und wieder eingesaugt. Danach, ab einem Wassergehalt von 30 bis 40%, wird der so schon bearbeitete und etwas eingedickte Nektar über und auch im Brutnest in leere Wabenzellen ausgebreitet. Die Zellen werden dabei nur teilweise gefüllt, um eine möglichst große Verdunstungsfläche zu erzeugen, Jetzt wird weiter Wasser durch Fächeln verdunstet. Dabei wird z.B. nachts die Stockluft mit kühlerer und trockenerer (absolute Feuchte) Außenluft getauscht, die auf annähernde Brutnesttemperatur aufgeheizt wird. Schließlich wird ein Wassergehalt von unter 20 % erreicht, meist sogar 18 % oder sogar noch etwas geringer. Damit ist der Trocknungsvorgang des Honigs durch die Bienen abgeschlossen. Der jetzt fertige Honig wird noch einmal um- getragen und in Lagerzellen über dem Brutnest eingelagert, wobei er mit einer luftundurchlässigen Wachsschicht überzogen wird. Imker bezeichnen diesen Vorgang als Verdeckeln. Er ist für sie das Zeichen, dass der Honig reif ist und geerntet werden kann. 

Honig wird seit der Steinzeit von Menschen genutzt und war lange Zeit das einzige Süßmittel. 

Honig ist ein von Honigbienen zur eigenen Nahrungsvorsorge aus dem Nektar von Blüten oder Honigtau erzeugtes Lebensmittel. Er besteht aus etwa 200 verschiedenen Inhaltsstoffen. Die Zusammensetzung kann je nach Honigsorte sehr unterschiedlich sein. Die mengenmäßig wichtigsten Inhaltsstoffe sind Fruchtzucker bis 44%, Traubenzucker  bis 30%und 15 bis 21% Wasser, der Heidehonig sogar bis 23% Wasser.  Weitere typische Inhaltsstoffe sind andere Zuckerarten, Pollen, Mineralstoffe, Proteine, Enzyme, Aminosäuren, Vitamine, Farb- und Aromastoffe. Honig kann flüssig oder auch fest sein. Dies hängt hauptsächlich von dem Verhältnis der beiden Einfachzucker Frucht- und Traubenzucker ab, aber auch davon, wie der Honig weiterverarbeitet und gelagert wird. Gemäß EG-Verordnung und deutscher Honigverordnung darf dem Honig nichts hinzugefügt und nichts entzogen werden. Damit ist der deutsche Honig zu 100 Prozent Natur belassen. Honig soll möglichst kühl und dunkel gelagert werden. Er soll nicht über 40%C erhitz werden. Die kurzzeitige Erwärmung beim Süßen heißer oder warmer Getränke ist aber vertretbar, da das Getränk in der Tasse relativ schnell abkühlt.  

HONIGSORTEN

Honig ist nicht gleich Honig. Und das ist gut so. Denn gerade die Vielfalt der Sorten macht das Probieren von echtem Deutschen Honig immer wieder zu einem Erlebnis. Das Etikett auf dem Imker-Honigglas gibt Auskunft darüber, welche Köstlichkeit sich in ihm verbirgt.

 Blütenhonig
Blütenhonig wird der Honig aus dem Nektar vieler Pflanzenarten genannt. Farbe, Bukett und Konsistenz variieren daher merklich und spiegeln die ganze Blütenpracht im Jahresverlauf wieder. Ein Hochgenuss!

Frühtracht ...
Frühtracht setzt sich im Wesentlichen aus dem Nektar von Weiden, Obstgehölzen, Ahorn u. a. zusammen. Ein bekannter Vertreter ist der Rapshonig, der den Gaumen mit seinem milden Aroma verwöhnt. Köstlich. 

Sommertracht
Die Sommertracht enthält stark wechselnde Anteile an Nektar und Honigtau. Aroma, Geschmack und Farbton ändern sich von Jahr zu Jahr. Einfach lecker. 

Wald- und Honigtauhonig
Der Waldhonig entstammt zahlreichen Baumarten und weist stets eine dunkle Färbung auf. Er ist besonders reich an Mineralstoffen und sein malzig-würziges Aroma macht ihn zu etwas ganz Besonderem.

 Wie die Jahreszeiten ändern sich auch Geschmack und Farbton des Honigs. Das ist ganz natürlich und ein charakteristisches Merkmal für echten Deutschen Honig. 
Kleehonig aus der Türkei                                                                                    

Zitate und Honig aus verschiedenen Ländern 

Kastanien-Linden-Honig

Der herbe, leicht bittere Kastanien - Linden Honig  entsteht später im Frühsommer nach dem Akazienhonig. Wegen seines etwas herben Geschmackes ist er bei den Kindern nicht sehr beliebt, aber umso mehr bei Kennern und Liebhabern. Dieser Waldhonig mit seinem vollen kräftigen Aroma stammt aus dem Nationalpark Borjomi. Nur einige unserer Imker bringen ihre Bienen für eine längere Zeit in die mittleren Höhenlagen des Parks. Hier herrschen Kastanien- und Lindenbäume vor, deren Blüten einen aromatischen Honig ergeben. Zusammen mit den Wiesenblüten der Region entsteht dieser harmonisch vollmundige Honig. Eine kräftig süße Erinnerung an den Nationalpark Borjomi-Kharagauli.

Adjarischer Waldhonig aus dem Kintrishi Schutzgebiet

Der dunkel flüssige Honig kommt aus den subtropischen Wäldern im Südwesten Georgiens, aus dem Zentrum des im Aufbau befindlichen National Parks von Kintrishi in Adjarien. Die hier besonders artenreiche Flora mit Besonderheiten wie diversen Lorbeer-, Buchsbaum- und Eibenwäldern, aber auch endemische Busch- und Straucharten, darunter Rhododendron-Arten, bieten den Bienen eine Nektarmischung der besonderen Art.

Bei diesem Honig aus dem Kintrishi Schutzgebiet überwiegen im Frühling Akazien und Blüten von Zitrusbäumen aus den Privatgärten. Ende Mai werden die Bienen dann in die Hochtäler gebracht, wo Kastanie, Linde, Heidelbeere, Efeu und Buchsbaum vorherrschen. Ende August kann man dann einen unverkennbaren kräftigen Honig ernten, der die ungewöhnliche Blütenmischung der Region reflektiert. 

Zur Geschichte des Matachela Honigs: 

 Xenophon: Des Kyros ANABASIS ( Der Zug der Zehntausend )

Die Griechen gelangten nun auf die Höhe und lagerten in vielen Dörfern, die eine Fülle von Lebensmitteln boten. Sonst gab es dort nichts, was ihre Bewunderung erregt hätte; nur Bienenstöcke gab es eine Menge. Die Soldaten, die von den Honigwaben aßen, verloren alle die Besinnung und bekamen Durchfall, keiner von ihnen konnte sich aufrecht halten, sondern wer wenig gegessen hatte, glich einem völlig Betrunkenen, sogar Sterbenden. So lagen viele auf dem Boden herum wie nach einer Niederlage, und es herrschte große Mutlosigkeit. Am nächsten Tag aber war keiner gestorben, und ungefähr zur selben Stunde kamen sie wieder zur Besinnung. Am dritten oder vierten Tag erhoben sie sich wie nach dem Genuss eines betäubenden Trankes. (IV, Buch 155 - 22 ) 

Strabo: Erdbeschreibung in siebzehn Büchern Teil 2 Buch VIII-XIII (§ 18 s. 549) 

Oberhalb von Trapezus und Pharnakia liegen die Tibarener, die Chaldaier, die Sanner......

Zwar sind alle Bergwohner dieser Völker völlig wild, die Heptakometen aber übertreffen alle übrigen. Einige sogar wohnen auf Bäumen oder Blocktürmen, weshalb die Alten sie auch Mosynoiker nannten, weil solche Türme Mosynes heißen. Sie leben von Jagdfleisch und Baumfrüchten; auch überfallen sie, von ihren Gerüsten herabspringend, die Reisenden. Die Heptakometen erschlugen einst drei das Gebirge durchziehende Rottenscharen des Pompeius, indem sie an den Wegen Trinkschalen mit dem betäubenden Honig bereiteten, welches* die Zweigspitzen der Bäume liefern. Denn als die Menschen es getrunken hatten und die Besinnung verloren, wurden sie von Jenen überfallen und leicht niedergemacht. Einige dieser Barbaren hießen Byzeren.

* = Hinweis auf Xenophon 

Werner Baege: Giftiger Honig, Wiener Blätter VII. März 1931, 5. Heft, pp.139 -140. 

Aristot. De mirauscult. 18: Im pontischen Trapzunt gibt es den betäubend riechenden Buchsbaumhonig; es heißt, dass er die Gesunden von Sinnen bringt, die Fallsüchtigen aber völlig heilt. 

Dioskurides II, 103: Es wird aber auch im pontischen Heraklea zu gewissen Zeiten infolge der Eigenart gewisser Blüten ein Honig erzeugt, der alle, die davon essen, unter Schweiß von Sinnen bringt. Der Honig ist herb und erregt durch seinen Geruch Niesen. 

Plinius n. h. XXI 77: Eine andere Art Honig in derselben Gegend nennt man nach der Raserei, die er hervorruft, Mänomenon. Man glaubt, er werde von der Blüte des Rhododendron gesammelt, von dem die Wälder voll sind. Während der Volksstamm dort den Römern als Tribut Wachs liefern muss, kann er den Verderben bringenden Honig nicht verkaufen. 

Fußnote: Niemals wurde die Wirkung in solcher Stärke beobachtet, dass sie zum Tode führte; unter Umständen trat Bewusstlosigkeit von kurzer Dauer ein.

 

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