Melkonyan



Kurze Erinnerungen

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Einige kurze Erinnerungen

Erzählungen ein Soldaten
Als ich im Jahre 1957 nach Oelde kam und arbeitete, erzählte mir ein großer blonder Arbeitskollege, der Name ist mir nicht mehr bekannt, dass er im zweiten Weltkrieg bei der Deutschen Wehrmacht als SS - Soldat gewesen sei. Sie haben die Juden gezwungen, ihr eigenes Grab auszuheben, und anschließend mussten die Juden vor dem Grab hinknien, und die SS-Soldaten, wie er mir stolz erzählte, haben sie durch Genickschuss getötet. Er war stolz, die Juden umgebracht zu haben. Ich war sehr erstaunt, dass es in Deutschland solche Menschen mit dieser Ansicht noch gibt, genau so sind damals in der Türkei die Armenier umgebracht worden. Ich war ein paar Monate oder ein Jahr in Deutschland, und habe ich das was mir erzählt wurde nicht richtig verdaut. Ob er mir das alles um zu angeben erzählt hat, weiß ich nicht, aber er hat mir die Geschichte so erzählt, dass ich es richtig verstanden habe.

Der Beamter

  1. Als ich im Jahre 1958 oder 1959 im Ausländeramt für die Verlängerung meiner Aufenthaltserlaubnis war, habe ich einer Person, Herr Klieve, der im Ausländeramt tätig war, eine Zigarette angeboten. Er hat die Zigarette nicht genommen mit den Worten: „Ich bin ein Beamter, ich darf die Zigarette nicht annehmen, sonst ist es eine Bestechung“.

    Die Griechen in Oelde
  2. Anfang der sechziger Jahre hat ein Grieche, wir haben ihn „PAPU“, Opa, genannt, der bei der Firma Haver & Boecker beschäftigt war, seine zwei Nichten aus Griechenland nach Oelde geholt. Ich habe für die beiden ein Zimmer auf der Rhedaer Strasse besorgt, wo sich die Gemeinschafts-Toilette noch auf dem Flur befand. Am gleichen Abend, an dem die Griechinnen in die Wohnung eingezogen sind, rief mich die Vermieterin an, ich solle zu ihr kommen. Als ich in der Wohnung war, führte sie mich zur Toilette und zeigte mir einen Haufen auf dem Deckel der Toilettenbrille. Eines der beiden Mädchen wusste anscheinend nicht, dass man vorher den Deckel aufklappen muss und dann auf der Brille sitzend das Häufchen machen kann. Wir haben beide Mädchen gefragt, aber keines von beiden hat zugegeben, dass es das Häufchen auf dem Deckel gemacht hat.

    Bildung der Nachbarin
  3. Als wir den Bauplatz bekommen haben, wurden wir, meine Frau und ich, von unseren zukünftigen Nachbarn in ihrer Wohnung eingeladen. Meine Frau und ich besuchten  mit einem Strauß Blumen unsere zukünftigen Nachbarn. Die Tür wurde von der Frau geöffnet, sie war überhaupt nicht fertiggemacht und war in ihrer Hauskleidung. Als sie uns fein angezogen sah, sagte sie sich etwas windend „Herr Melkonyan, ich dachte, Sie kommen mit einem dicken Mütterchen mit dem Kopftuch zu uns, deshalb habe ich mich nicht passen für einen Besuch angezogen“. Diese Situation war uns mehr peinlich als ihr. Hierzu möchte ich meine Meinung nicht äußern.

    Nachbarschaft
  4. Während wir im Jahre 1972 am Bauen waren, habe ich dem Vorschlag unseres Nachbarn zugestimmt (ich war in deren Augen ein Ausländer, und da ich in Zukunft mit ihnen nebeneinander wohnen werde, habe ich allem, was sie vorgeschlagen haben, zugestimmt) und die Heizkörper selber geflutet. Die Farbe und die dazu gehörige Verdünnung und die Wanne wurden vom Nachbarn besorgt und auch die Flutungsarbeiten, obwohl ich handwerklich viel geschickter war als er, wurden von ihm durchgeführt. Es war ein heißer Tag. Zuerst wurden die Heizkörper des Nachbarn und anschließend unsere geflutet. Wegen des heißen Tages verdunstete die Verdünnung sehr schnell, und es bildeten sich Tropfen auf der unteren Seite der Heizkörper. Man kann sich vorstellen, wie die Heizkörper aussahen. Meine Frau mit einigen Bekannten und ich haben alle Tropfen von den Heizkörpern abgeschliffen. Diese Arbeit hat mehrere Tage gedauert. bis die Heizkörper einigermaßen sauber waren. Danach wurden die Heizkörper von einem Fachmann gespritzt und anschließend montiert. Das war eine Lehre für mich, aber für gute nachbarschaftliche Beziehungen macht man einige Sachen, die man lieber lassen sollte.

    Charakter
  5. Während der Bauphasen unserer Häuser hat der Nachbar, ohne meine Genehmigung, hinter seiner Garage direkt an unserer Grenze eine vier Meter lange und ca. einen Meter tief eine  ca. 0,20 Meter breite Grundmauer gegossen. Auf diese Mauer hat er eine zwei Meter hohe Mauer aus Bausteinen gemauert. Als ich fragte, was das soll, gab mir die Antwort: „Ich werde die Mauer auf Ihrer Seite jedes Jahr weiß streichen, damit sie es nicht dunkel haben“. Für ihn war somit diese Angelegenheit erledigt. Nach einigen Jahren habe ich mit einer schriftlichen Erlaubnis des Nachbarn, die Seite, wo der Nachbar die Mauer hochgezogen hatte, überdacht. Während der Überdachungsarbeiten wurde bei der Amtsverwaltung eine anonyme Anzeige wegen unserer Überdachung, die ohne Genehmigung gebaut wurde, erstattet. Die Bauanzeige habe ich nachträglich eingeholt.  

    Paragrafen des Nachbaren                                  
  6. Nach dem wir eingezogen waren, habe ich 16 Tannen (Omoriken) an der Nachbarseite eingepflanzt. Am
    nächsten Tag wurde ich von dem Nachbarn angesprochen, und er verlangte, die Tannen zwei Meter von der Grenze umzupflanzen. Er sagte mir: „Herr Melkonyan, laut § …müssen Sie die Tannen zwei Meter von der Grenze pflanzen“. Da der Abstand einen Meter betrug, habe ich sofort die Tannen auf zwei Meter umgepflanzt. Der Nachbar aber hat seine Apfel, Birnen, Kirschbäume und einige Tannen im Abstand von einem halben Meter gepflanzt, und ich war so anständig und habe nachbarschaftlichen guten Zusammenlebens nicht verlangt, die Bäume umzupflanzen. Das war falsch, die Bäume hätten umgepflanzt werden müssen. Nach einigen Jahren waren so groß geworden, dass die Äste über unseren Gartengehweg hingen, und die faule Äpfel und Birnen auf unseren Weg fielen. Wir mussten den Weg ständig fegen, damit niemand auf das faule Obst tritt und ausrutscht. Aber eines Tages rutschte unsere Tochter aus und fiel auf den Boden und kam weinend ins Haus. Ich habe den Nachbar gebeten, die Äste, die auf unserem Grundstück hängen, zu schneiden. Es geschah aber nichts, bis ich eines Tages die Frau Nachbarin im Garten angesprochen und gesagt habe, dass, wenn die Äste binnen einer Woche nicht geschnitten werden, ich die Äste selber abschneiden werde. Daraufhin fing sie an, mich auszuschimpfen und sagte: „Wenn Sie einen einzigen Ast von unseren Bäume abschneiden, werde ich Sie anzeigen und sagen, dass unsere Tochter gegen Bienengift allergisch ist, und Sie werden Ihre Bienen samt mit Bienenhaus wegbringen müssen“. Nach einiger Zeit, als ich im Garten war rief mich der Herr Nachbar und beschimpfte mich mit folgenden Worten: „Herr Melkonyan, Sie können eine DEUTSCHE Frau niemals laut anschreien und beleidigen, und wenn Sie es nochmals tun, werde ich ein Kantholz nehmen und Sie wie ein Schwein totschlagen“ und dann ging er schnell in seine Küche hinein. Am gleichen Tag nahm der Nachbar seine drei Bienenstöcke, die vor seinem Wohnzimmer     an der Schubertstrasse und die anderen Bienenstöcke, die im Garten standen in seinen Pkw und brachte sie weg.

    Paragrafen des Nachbarn 1
  7. Nach einigen Tagen bekam ich einen Anruf von der Amtsverwaltung mit der Bitte, mich im Amt zu melden. Bei der Amtsverwaltung wurde mir vorgeworfen, dass ich ohne eine   Baugenehmigung das Bienenhaus gebaut habe. Ich war erstaunt und zeigte dem Herrn… die Baugenehmigung, die mir von der Amtsverwaltung ausgestellt worden war. Er war fassungslos, dass ich  eine Baugenehmigung habe. Er hätte doch nur im Bauamt nachfragen müssen, ob ich eine Baugenehmigung habe, um mich anschließend anzurufen. Als über die Allergie der Nachbarstochter gesprochen wurde, habe ich ihm einige Bilder von den   Bienenstöcken des Nachbarn gezeigt und gesagt, dass der Nachbar selber Imker ist und erst vor ein paar Tagen seine Bienenstöcke weggebracht hat. Nach einigen Tagen habe ich eine achtseitige Kopie des Entscheidungsbriefes, der an die Anzeige gegen mich erstattende Personen gerichtet war, erhalten. Der Brief war sehr hart, und die Anzeige wurde in allen Punkten abgewiesen.

    Mittagsruhe
  8. Eines Tages im Sommer um 13:00 Uhr war ich auf unserer Auffahrt und pfiff leise, während ich das Auto putzte, vor mich hin. Der Nachbar erschien vor seiner Tür und zeigte mir mit der Hand, dass ich während der Mittagspause nicht pfeifen darf.

    Kopfhörer im Garten
  9. An einem anderen Sommertag um 16:00 Uhr lag ich auf der Liege in unserem Garten und hörte  Musik aus dem Radio. Die Nachbarin von der Südseite kam zum Zaun und sagte mir, ob ich die Musik nicht durch einen Kopfhörer hören könnte, die Musik ist zu laut und sie fühle sich gestört. Ich möchte hier hinzufügen, dass der Nachbar privaten Klavierunterricht gibt, und wir uns täglich das Üben der Schüler anhören mussten, und wir uns oft gestört gefühlt aber uns darüber niemals beschwert haben.  

    Karatebienen                     
  10. Im Sommer mähte ich den Rasen, plötzlich flogen zwei Bienen die sich gestört fühlten auf


    meinen Kopf und warnten mich. Sie fühlten sich gestört. Ich habe
    das letzte Stück auch gemäht und den Rasenmäher in den Schuppen gebracht. Als ich aus dem Schuppen kam,

    warteten die beiden Bienen auf mich, sie waren böse. Ich bin ins Haus gegangen und nach ca. fünf Minuten wollte ich mich im Garten auf die Liege legen. Die beiden Bienen sind wieder zu mir geflogen. Ich konnte eine lange Zeit nicht in den Garten gehen. Nach einer Stunde bin ich in den Garten gegangen, und die Bienen waren nicht mehr da.

    Anstandsregeln

  11. An einem Sommertag wurde meine Frau von unserer Nachbarn auf ein Glas Wein in ihr Haus eingeladen. Während sie plauderten hat die Gastgeberin eine Flasche Wein aus dem Keller geholt und die Flasche geöffnet. Als sie das Etikett der Flasche sah, wurde sie ganz rot und sagte zu meiner Frau „Oh ich habe den teuren Wein geöffnet, mein Mann wird böse mit mir“. Diese Aussage war für meine Frau sehr peinlich und sie sagte zu der Nachbarin: „Machen sie die Flasche wieder zu und legen sie diese wieder in den Keller“. Als der Ehemann nach Hause kam, wurde ihm diese Peinlichkeit erzählt. Er war überhaupt nicht böse und sagte zu seiner Frau: „Die Flasche war nicht so teuer, sie hat 4,50 DM gekostet.

    Arroganz oder Dumheit?

  12. Wir haben in unserer Kellerbar sehr oft gefeiert. Fast alle drei Monate haben wir mit unseren Nachbarn und Bekannten bei uns gefeiert. Für eine Feier haben wir eine Familie, die nicht unmittelbare Nachbarn waren, eingeladen. Die Frau der eingeladenen Familie ging zu einer anderen Bekannten, welche mehrmals bei uns gefeiert haben, und fragte: „Kann man überhaupt zu Melkonyans gehen?“
    Dazu möchte ich mich auch nicht äußern.

    Arroganz oder Dummheit?

  13. Wir wohnten noch zur Miete, als ich meine Arbeitskollegen mit ihren Frauen zu uns eingeladen habe. Als sie in der Wohnung waren, sagte einer der Kollegen laut: „Vahric, ich dachte wir werden auf Apfelsinenkisten sitzen“. Das war nicht als Spaß gemeint, sondern bitter ernst. Je länger ich in Deutschland lebte, so enttäuschter wurde ich von der Arroganz mancher Leute.

    Ingenieur oder kein Freundschaft

  14. Wir haben gebaut und waren schon eingezogen, als der andere Nachbar sein Haus baute. Sie waren so nett zu uns, jeden Tagen haben wir entweder bei uns oder bei dem Nachbarn Tischtennis gespielt. Wie ich später erfahren habe, sie haben gedacht, dass ich ein Ingenieur bin, (wer kann heutzutage als Ausländer ein Eigenheim bauen? Arzt oder Ingenieur). Als sie merkten, dass ich kein Ingenieur bin, war auch diese nette Nachbarschaft vorbei.

    Dumme Denkweise
  15. Ein anderer Nachbar ist von Beruf Schlosser. Eines Tag sagte mir mein unmittelbarer Nachbar „Unsere Nachbar, der Schlosser, der gehört eigentlich hier her“. Was denken manche Leute?      Sind Arbeiter weniger wert? Diese Überheblichkeit hat mich immer in Deutschland gestört.

    Postangestelter
  16. Als sich die Post noch auf der Warendorferstraße befand, habe ich eine Überweisung am Postschalter abgegeben. Der Postbeamte schaute auf den Überweisungsschein, ohne auf die Rückseite zu sehen und gab mir den Schein zurück mit den Worten „Du nicht schreiben Deine Adresse?“. Da war ich sehr wütend und habe ihn laut gefragt, warum er mich einfach duzt, ob wir beide schon einmal gemeinsam betrunken in den Büschen gelegen haben? und zeigte ihm die Rückseite des Überweisungsscheins, wo meine Adresse aufgeschrieben war.

    Erfahrene Menschen
  17. Einmal fuhr ich mit meinem Sohn nach Marienfeld, um die Flugzeuge zu beobachten. Mein Sohn war etwa fünf Jahre alt. An einer Kreuzung habe ich die Vorfahrt des anderen Autos nicht beachtet und habe ein Unfall verursacht. Das von rechts kommende Auto ist auf die rechte Seite meines Autos geprallt. Ich war froh, dass unserem Sohn, der auf der Beifahrerseite saß, nichts passiert war. Ich habe mich mehrmals entschuldigt, dass ich den Unfall verursacht habe und habe meine Versicherung und alles was nötig war dem unfallbeteiligten Fahrer gegeben. Er war sehr verständnisvoll und wollte auch keine Polizei holen. Aber ein anderer Passant hatte schon die Polizei gerufen. Sie kamen in kurzer Zeit zur Unfallstelle. Nachdem sie, ein älterer und ein jüngerer Polizist, uns angehört haben, hat der ältere Polizist meine Verzweifelung gesehen und meine Freude, dass unserem Sohn nicht passiert ist, keine Strafanzeige ausgestellt und den Weg für den Verkehr freigemacht. Solche Menschen gibt es auch.

    Charakter?
  18. Ich weiß, dass bei den Bekannten unserer Nachbarn über uns sehr schlecht gesprochen wird. Ich merke, wie diese Leute, die mit uns bislang immer sehr gut umgegangen sind, uns nun behandeln. Eines Abends wurde bei dem Nachbarn gefeiert, und die Besucher kamen alle mit ihren Fahrzeugen. Die Strasse war voll mit geparkten Autos. Ich sah eine Frau, die auf unsere Auffahrt fuhr und das Auto dort parkte. Ich ging vor der Tür und sagte, sie solle Ihr Auto von unserem Grundstück wegfahren. Sie hätte aus Höflichkeit bei uns schellen können und fragen, ob sie auf unserer Auffahrt parken darf. Anscheinend hielt sie es nicht für nötig, uns um Erlaubnis zu fragen. Die Frau hat trotz meiner mehrmaligen Aufforderung ihr Auto nicht weggefahren. Was hätte ich jetzt tun sollen? Die Polizei rufen, das war mir nicht Recht. Ich habe nichts unternommen und der Wagen blieb auf unserer Auffahrt stehen. So eine Situation passierte mehrere Male, wenn die Nachbarn feierten.

    Benehmen?
  19. Das Dach einer unserer Garage habe ich neu decken lassen, damit es wieder dicht wird. Nach kurzer Zeit wurde im Garten des Nachbarn, unmittelbar neben unserer Garage, eine Überdachung für Kaminholz gebaut. Der Arbeiter stieg einfach auf unser Garagendach und führte dort die Überdachungsarbeiten durch. Wenn ich etwas dazu sagen würde, würde ich wieder der Böse sein, deshalb habe ich mich zurück gehalten und nichts gesagt. Aber als der Nachbar das dicke Kantholz der Überdachung über unsere Garage bauen ließ, ist meine Frau zu ihm gegangen und hat ihn gebeten, das Holz zu kürzen. Der Nachbar hat das Holz mit bösen Blicken gekürzt.

    Charakter?
  20. Eines Tages rief mich der Vorsitzende unseres Vereins an und gab mir bekannt, dass der Herr M. schriftlich gekündigt hat. Da er nicht wusste, ob Herr M. als passives Mitglied im Verein bleiben möchte oder nicht, hat er mich gebeten, diesen anzurufen und ihn zu fragen. Ich habe mit Herr M. fernmündlich gesprochen und erfahren, dass er als passives Mitglied im Verein bleiben möchte,  er sei seit 38 Jahren im Verein Mitglied und möchte den Kontakt weiter pflegen. Ich habe alle nötigen Arbeiten hierfür erledigt und bei der Vorstandssitzung die passive Mitgliedschaft des Herr M. angekündigt. Obwohl in der Satzung des Vereins passive Mitgliedschaft erlaubt ist, wurde diese von einigen Vorstandsmitgliedern, aus welchen Gründen auch immer, abgelehnt. Der Vorsitzende, der mich gebeten hatte, anzurufen und zu fragen, ob Herr M. weiterhin als passives Mitglied bleibt oder nicht, war auf einmal auch dagegen. Was macht man in so einer Situation? Den Posten im Vorstand abgeben und mit solchen Leuten keine Vorstandsarbeiten mehr durchführen, wie ich es auch getan habe.

    Egoismus
  21. Heute hat Deutschland gegen England im Achtel-Finale der Weltmeisterschaften Fußball gespielt. Deutschland hat vier zu eins gewonnen. Die Freude in ganz Deutschland war sehr groß. Nur unser Nachbar an der Südseite, hat diese Freude nicht gehabt. Nach dem Spiel waren alle Leute auf der Straße.  Sie schrieen und zeigten ihre Freude und bliesen die Vuvuzelas. Die Autos fuhren auf dem Westring, kommend von der Pott’s Brauerei, mit lautem Gehupe und ließen auch die Vuvuselas erklingen und zeigten ihre Freude. Ich habe auch meine Freude durch Blasen in ein Blasgerät, welches der Vuvuzela ähnliche ist, angezeigt. Als ich meine Freude zeigte, ging unsere Nachbarin von der Westseite auf den Balkon und zeigte mir mit Freude und mit ihren Fingern, dass wir vier Tore geschossen haben. Unser Nachbar von der Südseite verhielt sich anders als die ganze Bevölkerung in Deutschland, er ging in seinen Garten und schrie „RUHE“. Es gibt Leute die das Wort TOLERANZ nicht kennen, und sie leben in ihrer eigenen kleinen Welt. Was soll ich denn noch dazu sagen?       Soll ich in Zukunft ein bisschen Intoleranz zeigen? Nein das kann ich nicht.

    Neureich?
  22. Manche Menschen denken, dass die ganze Welt nach ihrer Pfeife tanzen muss. Sie kaufen ein neues oder einen  Jahreswagen und müssen der ganzen Nachbarschaft zeigen, dass sie ein neues Auto besitzen. Das Auto wird auf der Strasse geparkt und wird  von allen Seiten fotografiert, so lange bis einige Nachbarn hingehen und das neue Auto mit den Besitzern bewundern. Ob sie das dann tatsächlich bewundern? Wer weiß.

    Neureich?
  23. Es gibt auch Menschen, die die Bedürfnisse haben, ihre Urlaubsreise der ganzen Nachbarschaft mitzuteilen. Beim Laden ihrer Sachen, die sie auf ihre Reise mitnehmen wollen, werden die Türen bei jedem Teil, was ins Auto gepackt wird, zugeschlagen, so dass alle Nachbarn morgens um 06:30 Uhr wach werden. Wir haben vor drei Tagen 12-mal diese Türschläge gehört, die nicht leise waren. Seit 37 Jahren, seit der Zeit in der wir hier wohnen, hören wir das und auch die Tür zur Garage des Nachbarn, die immer zugeschlagen wird. Wahrscheinlich wissen sie nicht, dass man  eine Tür auch leise zumachen kann. Ich möchte nicht behaupten, dass sie die Garagentür absichtlich laut zuschlagen, sie kennen es nicht anders. 

    Orientalisches Denken
  24. Es war in den 80er Jahren, damals hatte ich fast jeden Tag Kontakt mit den türkischstämmigen  
    Bürgern in Oelde   und versuchte, ihnen bei der Integration zu helfen. Unter diesen Leuten waren einige Menschen, die uneinsichtig und unzufrieden von unserer hiesigen Lebensart waren. Ich versuchte diesen Leuten, die hier leben, nicht arbeiten, und ihre Zeit fast nur im Kaffeehaus oder in der Spielhalle, über Deutschland schimpfend, verbringen, zu erklären, dass Arbeiten besser ist als die Zeit in der Spielhalle zu verbringen. Natürlich waren alle meine Bemühungen vergebens. Einige wollten ihre Ehefrauen und ihre Kinder nach Deutschland holen, aber sie mussten zuerst die dafür erforderlichen Voraussetzungen erfüllen. In diesem Zusammenhang sagte mir ein Türke, der aus der Mittelmeer Region ist, folgendes: „Höre meine Worte Großer Bruder, die Deutschen wollen uns nicht hereinlassen, aber wir werden Deutschland in ein oder zwei Jahrzehnten von innen erobern“. Als ich über seine Worte lächelte, sagte er mir weiter: „Wie viele Kinder haben die Deutschen Familien? Zwei, höchstens drei, und wir fangen mit vier und mehr Kindern an, warte mal ab, Du wirst es schon sehen“. Ich erinnere an die Worte von Vural Öger, die er sehr viel später gesagt hat: 
                Zitat von Vural Öger am 26.05.2004

    „Im Jahr 2100 wird es in Deutschland 35 Millionen Türken geben“, zitierte die „Bild“- Zeitung am Mittwoch, den Politiker unter Berufung auf die türkische Zeitung „Hürriyet“. „Die Einwohnerzahl der Deutschen wird dann bei ungefähr 20 Millionen  liegen.“      
    „Das, was Kanuni Sultan Süleyman 1529 mit der Belagerung Wiens begonnen hat, werden wir über die Einwohner, mit unseren kräftigen Männern und gesunden Frauen, verwirklichen“, so der türkischstämmige Touristik-Unternehmer mit deutschem Pass. 

 

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