Melkonyan



Spuren von Großeltern suchen

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Suchen nach den Spuren der Großeltern

 Ich habe meine Großeltern nur von der Mutterseite her kennen gelernt. An meinen Großvater kann ich mich noch sehr gut erinnern, er starb vermutlich durch Hodenkrebs. Ich erinnere mich, dass er sehr dicke Hoden hatte und dadurch nicht gut gehen konnte. Er starb im Jahre 1934,  als ich  5 Jahre alt war. Meine Großmutter wurde 94 Jahre alt. Sie starb im Jahre 1964, als ich schon in Deutschland war.

Meine Großeltern von der Vaterseite her, Vartan und Makruhi Melkonyan, habe ich nicht kennen gelernt, sie wurden bei der Deportation im Jahre 1915 verschollen oder umgebracht. Als mein Vater bei den Dardanellen als Sanitätssoldat im Krieg für sein Vaterland tätig war unter dem General Otto Liman von Sanders, wurden seine Eltern und seine Schwester in die Der Ez Zor Wüste deportiert. Ob sie lebendig dort angekommen sind oder unterwegs wie viele andere Armenier umgebracht wurden, konnte mein Vater nicht in Erfahrung bringen. 
Nach dem Krieg ist mein Vater zurück zu seinem Elternhaus nach Bahcecik (Bardizag) gegangen.
Als er in das Haus seiner Eltern gehen wollte, haben ihn die Türken, die während der Deportation das Haus besetzt haben,  daran gehindert. Mein Vater versuchte zu erfahren, was mit seinen Eltern und seiner Schwester geschehen ist und es wurde ihm nur über die Deportation erzählt. Er versuchte, seine Eltern und seine Schwester zu finden, aber es war alles vergebens. Keiner wusste, wie weit seine Eltern und seine Schwester bei der Deportation gekommen oder unterwegs umgebracht worden sind. Mein Vater, der für sein Land vier Jahre lang bei den Dardanellen als Sanitäter gekämpft und den verletzten türkischen Soldaten geholfen hat, wurde mittellos und elternlos. Die, denen er im Krieg geholfen hat, haben seine Eltern und seine Schwester und sein Volk im Hinterland, wo kein Krieg herrschte, vernichtet. Das war das Schicksal meines Vaters. Jetzt frage ich den Leser, der diese Zeile liest,  habe ich als Enkelkind meiner Großeltern, kein Recht, Gerechtigkeit zu verlangen?
Habe ich kein Recht, von der türkischen Regierung die Anerkennung des Völkermords zu verlangen und eine ENTSCHULDIGUNG zu erwarten?
Zu Hause wurde über die Deportation nicht gesprochen, alle hatten Angst, dass die Türken es mitbekommen und sie bestraft werden. Zu Hause wurde nur Gutes über die Türken geredet. Über die Deportation wurde nur unter sich mit Bekannten, die auch dieses erlebt hatten, gesprochen. Wir Kinder durften nicht dabei sein und mithören, was dort gesprochen wurde. Die Erwachsenen hatten Angst, dass eines der Kinder draußen darüber spricht.  
Nachdem ich nach Deutschland ausgewandert bin, habe ich Bücher über den Völkermord gelesen, was in der Türkei nicht möglich war.
In der Türkei haben wir nur Gutes über die Türken gelesen, ein Volk das keinen Fehler macht, ein ehrliches und starkes, mutiges Volk ist. Kriege, an denen sie beteiligt waren, sind nur gewonnen worden,  wenn sie einen Krieg verloren hatten, waren andere Schuld daran usw. Die Armenier waren in ihren Augen keine Menschen, sie waren potenzielle Spione und Feinde der Türken. Sie haben und benutzen immer noch „ARMENIER“ als Schimpfwort.
Natürlich denken und sind nicht alle Türken so wie ich oben geschrieben habe, es sind einige, die nicht so denken wie die Masse der Türken. Trotzdem hasse ich die Türken nicht, ich habe auch sehr viele Türken als Freunde, die nicht so denken.
Ich wollte sehen wohin mein Volk und darunter auch meine Großeltern im Jahre 1915 deportiert wurden. Deshalb habe ich mich entschlossen, eine Reise nach Syrien zu machen.

Meine Frau und ich haben  im Jahre 2009 eine Reise nach Syrien und Jordanien gemacht.

Die Armenische Gemeinde, Geschäfte und Kirchen haben wir in Damaskus besucht. Es waren keine Spuren von meinen Großeltern zu finden. Natürlich haben wir auch die Omajjaden Moschee in Damaskus besucht wo dort der Kopf von Johannes dem Täufer begraben ist. Bauherr der ,,Großen Moschee" war Walid I. unter dem das Kalifat von Damaskus seine größte Ausdehnung erreichte (im Westen bis Gibraltar). Als Bauplatz diente der hl. Bezirk eines Jupitertempels, in dem sich eine Johannes dem Täufer geweihte Kirche befand. Sie ist die viertwichtigste Moschee nach Mekka, Medina und Jerusalem. Zentrum der Moschee ist ein Längsbau mit Kuppel, der die Gebetshalle kreuzt. Die legendäre Ausstattung mit Mosaiken fiel fast vollständig vier Bränden zum Opfer. Von den Umgängen der Minarette aus bietet sich ein weiter Blick über die Altstadt.

 Danach haben wir Krak des Chevaliers, Latakia, Ugarit, Hama, Ebla, Simeons –Kloster, Aleppo, Emar Balis, Rusafa, Deir es-Zor, Palmyra, Bosra und Gerasa, in Jordanien Amman, Madaba, Kerak und Petra besichtigt.

Anschließend sind wir nach Istanbul geflogen und haben dort einige Tage bei den Verwandten verbracht, danach sind wir nach Deutschland zurück geflogen.                         

 In Aleppo haben wir auch die Armenische Gemeinde und die Kirchen und Armenische Geschäfte besucht und nach meinen Grosseltern geforscht. Die Zeit war zu knapp. Es wurde uns empfohlen, nochmals für eine längere Zeit hinzufahren und in den Kirchenbüchern über Melkonyan zu forschen, es leben sehr viele Armenier mit dem Namen Melkonyan in Aleppo.Danach, als wir in Der ez - Zor waren, haben wir die dortige Armenische Kirche besucht, in der die Knochen der Armenier unter einer Glasscheibe zu sehen sind, und hier aufbewahrt werden.

Krak des Chevalier und Ugarit mit den Burgen, Apamea mit den Säulenstrassen, Hama mit seinen Wasserrädern,   Aleppo mit der Zitadelle, in Emar Balis der Euphrat Staudamm und bronzezeitliche Ausgrabungen, die Wüste von Deir ez- Zor.Alle Bewohner des Armenischen Dorfes“Bardizag“ jetzt Bahçecik, wurden deportiert, darunter waren auch meine Grosseltern von der Vaterseite, die ich nicht kennen gelernt habe, sie sind verschollen.
Palmyra mit der Säulenstrasse und Petra mit den Gräbern und dem Tempel in den Felsen, waren die Sehenswürdigkeiten in Syrien und Jordanien.

Danach waren die fünf Tage Aufenthalt in Istanbul sehr erholsam für uns. Der Besuch meiner Geburtsinsel Büyükada,  das Treffen mit einigen alten Bewohnern, die Kutschfahrt um die Insel und das Mittagsessen am Bosporus bei Ali Baba war für uns sehr erholsam.

Über Istanbul sehen Sie bitte: Mein Lebenslauf; Aktuelles; 1. Museum of The Princes Island. Oder unten anklicken
http://www.melkonyan.de/cmsmadesimple/index.php?page=1-museum-of-the-princes-island                


 

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