Melkonyan



Reise nach Armenien im Jahr 2006

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Reise nach Armenien im Jahre 2006

 In diesem Jahr haben wir uns vorgenommen,  nach Armenien zu reisen und die Geschichte der Armenier an Ort und Stelle zu betrachten. Unsere Sohn Harutyun hat uns begleitet mit dem Wunsch, Armenien näher kennen zu lernen. Wir drei, meine Frau Helga, unser Sohn Harutyun und ich sind also nach Armenien geflogen. Zuerst möchte ich hier die Geschichte Armeniens erläutern.
                                                                                   Geschichte Armeniens 

Armenien hat eine 3000-jährige Geschichte und ist das älteste christliche Land der Welt. Die Urväter heutiger Armenier stammen aus Ostanatolien vom Stamm Hajasa. Sie haben später die Stammgruppe Nairi gebildet, die bis Ende des 13. Jahrhunderts v.Ch. existierte. Der legendäre Urvater Hajk war der Anführer dieses Stammes. Bis heute ist das Wort Nairi ein Synonym von den Wörtern “Armenien” und “Armenier”.

Im 2. Jahrhundert v. Chr. wanderte ein anderer Stammesverband Armenner aus dem Nordbalkan in die armenische Hochtäler und vermischte sich mit dem bereits ansässigen Stamm Hajasa zum armenischen Volk, das sich selbst (noch heute) als "Haj" und sein Land als "Hajastan" bezeichnet. Die Ausländer nennen sie "Armenier" und das Land "Armenien". Die moderne armenische Sprache hat sich aus der Sprache der Armenner entwickelt.

Das erste armenische Großreich war das Ararat-Großreich, das mehr unter dem Namen Urartu mit der Hauptstadt Tuschpa (später Van) bekannt ist. Es entstand im 11. Jahrhundert v. Chr. Im Jahre 782 v. Chr. gründete der Urarter Zar Argischti die Stadt-Festung Erebuni – heutige Hauptstadt Armeniens Eriwan und später, im Jahre 775 v. Chr. auch die Stadt Argischti-Chinili.

Ende des 7. Jahrhunderts v. Chr. regierte die Erwanduni-Dynastie in Urartu. Statt der Stadt Argischti-Chinili wurde die Stadt Armawir zur Hauptstadt. Das Reich wurde von Nachbarländern schon als “Armenija” bezeichnet. Bald aber wurde Armenien von Persien erobert. Im 4. Jahrhundert hat der Makedonier „Alexander der Große“ in raschem Siegeszug Persien erobert. Nur im 2.Jahrhundert v. Chr. bekam Armenien seine Unabhängigkeit wieder. Die Jahre 95-55 v. Chr. waren der Höhepunkt der Entwicklung Armeniens unter Tigran dem Großen. Sein Reich dehnte sich vom Kaspischen Meer bis zum Mittelmeer aus. Nach dem Tod Tigrans des Großen wurde der Friedensvertrag von Römern und Persern gebrochen, infolge dessen Armenien gezwungen war, auf ihre Grenze zu verzichten.

Im 1. Jahrhundert n.Chr. kam die Arsakiden-Dynastie (Arshakuni) zur Macht. Im Jahre 301.n.Chr. erklärte der König Trdat das Christentum zur Staatsreligion. Eines der bedeutendsten Ereignisse in der armenischen Geschichte ist vor allem die Schaffung eines eigenen Alphabets durch Mesrob Mastots im Jahre 405, was eine große Rolle in der Erhaltung der nationalen und kulturellen Einigkeit gespielt hat.

Im Jahre 428 n.Chr. verlor Armenien seine Unabhängigkeit wieder, Armenien wurde zwischen Persien und Byzanz aufgeteilt. Die Perser versuchten, die zoroastrische Staatsreligion in Armenien einzuführen, was zu einem Aufstand der Armenier unter dem adeligen Haus der Mamikonjan führte. Am 26.Mai 451 verlor aber die armenische Armee gegen die persischen Truppen bei Avarayr, wo auch Vardan Mamikonjan umkam. Für die Armenier war das aber ein moralischer - geistlicher Sieg, denn es ist schließlich dazu gekommen, dass Perser ihre Absicht der Einführung der zoroastrichen Religion  in Armenien aufgegeben hatten.

Im Jahre 610 kam Armenien unter die Oberherrschaft der islamischen Araber. Zwei Jahrhunderte lang kämpften Armenier gegen das arabische Kalifat und im Jahre 886 gelang es wieder, ein armenisches Königreich zu errichten, das sowohl vom Kalifen als auch vom byzantinischen Kaiser anerkannt wurde. Ashot I. Bagratuni wurde zum armenischen König ernannt.


Während der Herrschaft der Bagratuni-Dynastie wurde Armenien ein hoch entwickeltes Reich. Die Hauptstadt Armeniens war damals Ani, die man auch “die Stadt der 1000 und 1 Kirchen“ nannte.  Nach einigen Jahrhunderten ging das Reich durch unglückliche Kriege und innere Zwistigkeiten zugrunde. Andererseits war Armenien ein Streitobjekt zwischen der Türkei und dem Iran. Im Jahre 1636 laut  Abkommen zwischen diesen beiden Ländern kam Westarmenien unter die Oberherrschaft der Ottomanen und Ostarmenien - unter die Oberherrschaft der Perser.

Im 11. Jahrhundert wurde das armenische Reich Kilikien gegründet, das trotz der unendlichen Angriffe der islamischen Mongolen , Türken, Ägypter und Byzantiner etwa 300 Jahre existiert hatte. Aber im Jahre 1375 geriet Kilikien unter die Herrschaft von Ägypten. Westarmenien war unter der Herrschaft der Türkei, Ostarmenien - unter der Herrschaft von Persien und nur einige armenische Territorien, wie z.B. Arzach (Bergkarabach) konnten ihre Unabhängigkeit behalten. Im Jahre 1828 laut des Turkmentscha-Abkommens kam der östliche Teil Armeniens unter die Oberhoheit des Russischen Reiches.

Der westliche Teil Armeniens war in einer sehr schweren Lage. Am 24. April 1915 veranlasste die 1908 an die Macht gekommene jungtürkische Bewegung die Verhaftung, Deportation und Ermordung von vielen armenischer Intellektueller in Konstantinopel und leitete damit den Völkermord an 1,5 Millionen Armeniern (ca 80% der Bevölkerung von Westarmenien) ein. Kleine Kinder, Frauen und alte Menschen wurden in die syrische Wüste Der-es-Zor getrieben, vergewaltigt und massakriert, viele starben vor Hunger und Entkräftung. Die Wenigen, die gerettet wurden, wurden auf der ganzen Welt verstreut und bilden auch heute noch die armenische Diaspora.

Am 28.Mai 1918 erklärte Ostarmenien seine Unabhängigkeit. Im Jahre 1922 kam Armenien unter die Oberhoheit der Sowjetunion, deren Anführer Josef Stalin die armenischen Regionen Arzach im Südosten und Nachitschevan im Südwesten, wo überwiegend Armenier lebten, an Aserbaidschan anschloss. Während der 71 Jahre dauernden Herrschaft der Sowjetunion erlebte Armenien eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit.

Im Jahre 1988 begann in Bergkarabach eine friedliche demokratische Bewegung für die Vereinigung von Bergkarabach mit Armenien, worauf die Aserbaidschaner mit Massakern an Armeniern in den aserbaidschanischen Städten Sumgait, Kirowabad und Baku geantwortet haben. Damit haben die Aserbaidschaner diese friedliche Bewegung in einen grausamen politischen Konflikt verwandelt. So begann der Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, infolge dessen Arzach unabhängig wurde und um sich eine neutrale Zone bildete.

Am 21. September 1991 proklamiert die Republik Armenien ihre Unabhängigkeit.
Am 2. März 1992 wurde Armenien Mitglied der UNO (Organisation der Vereinten Nationen). 
 Reiseplan 2006 ARMENIEN

 1.  Tag - Sonntag  17.09.2006 sind wir mit der Bahn nach Düsseldorf gefahren, von dort über WIEN nach YEREVAN/ARMENIEN geflogen.

Am 2. Tag - Montag   18.09.2006 in den frühen Morgenstunden landeten wir in der armenischen Hauptstadt. Wir wurden zum im Herzen der Stadt liegenden Hotel Ani Plaza gefahren und haben uns am Vormittag in unseren Zimmern ausgeruht. Nachmittags erlebten wir auf einer Stadtrundfahrt die vielen Gesichter Yerevans, vom Erbe der Sowjetszeit bis zur Moderne. Ein erster Geschmackstest, der armenische Cognac ist bekannt! Wir probierten ihn am Herstellungsort und  ließen ihn abends in einem netten Restaurant noch einmal auf der Zunge zergehen.

Am 3. Tag - Dienstag 19.09.07.2006 zum Beginn des Tages haben wir einen der größten Schätze des Landes, die Handschriftensammlung im Matenadaran bewundert. Dann sind wir  zum hoch über den wildromantischen Basaltschluchten des Azats thronenden  Sonnentempel Garni gefahren. Danach fuhren wir weiter  zum nahen Höhlenkloster Geghard (UNESCO-Kulturdenkmal) mit seinen Motivsteinen. Am Ufer des Azats breiteten wir die Decken aus zu einem Picknick in der bezaubernden Umgebung. Auf dem Weg zurück in die Stadt haben wir am Tscharents-Bogen einen Stopp gemacht und lauschten mit Blick auf den Berg ARARAT den blumenreichen Worten des Nationaldichters Jeghische Tscharents (80 km).

Am 4.Tag - Mittwoch 20.09.2006 draußen vor der Stadt Yerewan liegt am Hang des Aragaz das Städtchen Aschtarak mit seinen drei weithin sichtbaren Kirchen. Die Preziosen so mancher armenischer Sehenswürdigkeit nahmen wir am Nachmittag im historischen Museum Yerewans in Augenschein. Abends haben wir in einem gemütlichen Lokal gegessen. (50 km)Am 5.Tag - Donnerstag 21.09.2006 haben wir Yerewan mit dem morgendlichen Blick auf den Ararat verlassen. Kurz vor der geschlossenen Grenze zur Türkei erhebt sich noch an seinem Fuß das Kloster Chor Wirab - hier verlief einst die legendäre Seidenstraße-. Nachdem wir das Chor Wirab- Kloster und die Umgebung besichtigt haben, fuhren wir weiter 

 

zum Kloster Norawankh, wo wir es uns bei einem Picknick gut gehen ließen.

 

Am Selimpass haben wir einen Stopp an der Karawanserei eingelegt,bevor sich die Berge zum Sevansee geöffnet haben, unserem heutigen Etappenziel.

In Noratus sahen wir die legendären Kreuzsteine. Dann statteten wir dem Sevankloster einen Besuch ab.

Die Studenten des dortigen Priesterseminars freuten sich über unseren Besuch, erzählten aus ihrem Leben und beantworteten unsere Fragen. Übernachtet haben wir im Hotel Harsnakar  (280 km).

6.  Tag - Freitag 22.09.2006 durch den Sevanseetunnel ging es nach Dilijan und weiter zum Kloster Haghartsin. Das einsam gelegene Kloster mit seinem besonders schönen Refektorium erreichten wir nach einem kurzen Waldspaziergang. Das nahe Kloster Goschawank war im 13. Jahrhundert Mittelpunkt des armenischen Geisteslebens. Eindrucksvoll erhebt es sich am Abhang eines Berges hoch über dem Agstew-Tal. Danach sind wir zurück zum Sevansee gefahren, es blieb Zeit, die Stille an seinen Ufern zu genießen. Abends haben wir uns in einem Restaurant frischen Fisch, mit Blick auf den See, schmecken lassen. An diesem Tag haben auch im Hotel Harsnakar übernachtet (90 km).                                                  

7.  Tag - Samstag 23.09.2006    Armenische Schweiz nennen Einheimische die Gegend um Alaverdi. Den rauschenden Debed überquerten wir auf einer historischen Brücke aus dem 12. Jahrhundert, dann erscheint auch schon das Kloster von Sanahin mit seiner Muttergotteskirche. Debed zum zweiten: Hoch über seinen Schluchten erwartete uns ein weiteres der berühmten armenischen Klöster: Haghpat (UNESCO-Kulturdenkmal), bestes Bergpanorama inklusive. Mittags kehrten wir gemeinsam in einem Lokal ein, bevor es über Vanadzor und den Spitakpass zurück nach Yerewan ging. Wir übernachteten im  Hotel Ani Plaza. (300 km )




8.  Tag - Sonntag 24.09.2006 wir besuchten die Ruine der Palastkirche von Zwartnotz,











dann ging es in das Zentrum der armenischen Religion „Etschmiadsin“! Die in alle Welt verstreuten Armenier pilgern hierher, und auch uns begeisterten die Sakralbauten der Stadt (UNESCO-Kulturdenkmal):

von der Gajane-Kirche spazierten wir zur reich verzierten Kathedrale und Hripsime-Kirche.







Unterwegs nutzten wir die Gunst der Stunde und wohnten gemeinsam mit den Einheimischen einer Messe bei. Dann ging es weiter zur Kathedrale,









und hier hatten wir das außergewöhnliche Glück, dass der Katholikos der armenischen Kirche KAREKIN  I. einem Gottesdienst beiwohnte, und wir ihn somit hautnah erleben durften.















Um so etwas zu erleben, pilgern Armenier aus aller Welt oftmals vergebens nach Etschmiadsin.  (40 km).

















Der Nachmittag gehörte uns. Am Abend trafen wir uns  zum Abschiedessen mit armenischen Köstlichkeiten in einem Restaurant und übernachteten letztmalig im Hotel Ani Plaza.

  9. Tag - Montag 25.09.2006 in den frühen Morgenstunden wurden wir  zum Flughafen gebracht



und sind über Wien nach Düsseldorf geflogen. Nach Ankunft um 09:05 Uhr in Düsseldorf sind

wir mit der Bahn nach Oelde gefahren.


 

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