Melkonyan



Imkerei Josef Beck

Imkerei Josef Beck 

Den Imker Josef Beck habe ich etwa vor 15 Jahren oder noch länger bei uns im Garten kennengelernt. Er bekam von mir drei Bienenvölker. Die Völker haben wir in einen Wald bei einem Landwirt gebracht. Das Auto blieb im weichen Boden stecken und musste mit Hilfe eines anderen Fahrzeuges zur Straße gezogen werden. So haben wir uns kennengelernt, und seitdem verstehen wir uns sehr gut. Josef hat in seiner ehemaligen Heimat Usbekistan unter ganz anderen Umständen geimkert. Er hat sehr viel Ahnung von der Imkerei und von Bienenvölkern. Meiner Meinung nach kennt er das Bienenwesen sehr gut. Mit seinem Wissen tut er sich allerdings nicht hervor. Bei den Versammlungen hört er aufmerksam zu, und er mischt sich nicht in die Diskussionen ein, er hört nur zu. Wir könnten von ihm viele verschiedene Arbeitsweisen mit den Bienen lernen! Ich bin der Meinung, jeder kann von jedem etwas lernen, egal wie alt man ist. Die Menschen, die meinen, dass sie alles wissen und Meinungen anderer Leute nicht gelten lassen, irren sich, SIE BLEIBEN DUMM. Sobald ich merke, dass jemand meint, dass er sehr viel Ahnung hat, frage ich ihn, wie er imkert, oder stelle Frage über die Imkerei und oft lerne ich von ihm etwas Neues und erweitere dadurch mein Wissen. Anschließend merke ich, dass diese Person meint, dass er mehr weiß als ich, und versucht, mich wegen meiner Fragen zu belehren. Innerlich lache ich über diese Person. So ist es auch bei Josef. Er kommt aus Usbekistan. Wie kann er mehr wissen als wir? Er muss von hiesigen Imkern über die Imkerei noch vieles lernen, meinen viele!

Vor einigen Jahren war ich in seinem Keller und habe gesehen, wie er die Waben entdeckelt, schleudert und in den Hobbock abfüllt. Er hat fast alle Geräte, die er für die Imkerei benutzt, mit eigenen Ideen selber gebaut. Sein Wissen über die Imkerei ist sehr hoch, deshalb versuche ich auch sein Wissen für meine Imkerei zu nutzen. Er ist auch nicht geldgierig, er hilft jedem der Hilfe braucht, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Er ist mit seiner diesjährigen Honigernte nicht zufrieden, er hat 20 kg pro Volk geerntet, sonst bekommt er pro Volk und Ernte 40 kg Honig. Da sein Bienenstand renoviert wird, musste er seine Bienenvölker woanders unterbringen. Jetzt stehen seine Ableger und Wirtschaftsvölker an verschiedenen Stellen bei zwei Landwirten. Heute, 07.06.2012, bin ich mit ihm zusammen zu seinen Bienenständen gefahren. Er imkert gemeinsam mit seinem Sohn und ist sehr glücklich darüber, dass sein Sohn sich für die Imkerei entschieden hat und mit ihm zusammen arbeitet. Natürlich muss der Sohn noch vieles über die Imkerei von seinem Vater lernen. Josef bringt ihm die Imkerei sehr sanft bei. Als die beiden sich mit den Bienen beschäftigten, habe ich einige Bilder gemacht und beobachtet, wie Josef mit den Bienen umgeht. Es ist sehr schön, ihn bei der Arbeit zu beobachten. Als wir bei seinen Ablegern waren, wurde er an seiner Lippen gestochen. Wir dachten, dass die Lippe anschwillt, aber dem war nicht so. Das schwüle Wetter ist für die Bienen gut zu Sammeln von Nektar und Pollen, aber gleichzeitig werden sie stechlustig. Ich bekam auch zwei Stiche auf die Stirn. Bei dieser Begehung am Bienenstand sah Josef ein Volk mit vier Zargen mit wenig Bewegung am Flugloch. Das machte ihn stutzig. Er öffnete oberste Zarge. Seine Vermutung war richtig, das Volk war nicht so stark. Dann erklärte er seinem Sohn, dass vier Zargen zu viel sind, er die Bienen von den Waben der obersten Zarge abfegen, und die Zarge mit den leeren Waben wegnehmen solle. Es sind sehr viele schöne Dinge mit den Bienen, die ich mit Josef Beck erlebt habe, aber dazu ein anderes Mal.


 

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