Melkonyan



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                                                Erinnerungen aus Kindertagen
Hier möchte ich einige Vorfälle aus meiner Kindheit und späteren Jugendzeit in der Türkei, an die ich mich erinnere, erwähnen.

Wir wohnten auf der Princess Insel Büyükada in Istanbul. Büyükada war und ist die größte und auch die Kreisstadt der vier Princess Inseln. Auf der ersten Insel Kinaliada, die auch die kleinste ist, vom Zentrum Istanbul aus gesehen, wohnen auch heute noch überwiegend Armenier. Auf der zweiten Insel Burgazada, größer als Kinaliada, wohnten überwiegend Griechen. Auf der dritten Insel Heybeliada, die größer ist als die beiden Inseln Kinaliada und Burgazada, wohnten Griechen und Türken, aber prozentual gesehen waren die Türken in der Mehrheit, und auf Büyükada wohnten Türken, Griechen und Juden, überwiegend gab es aber  Griechen auf der Insel. Auf Büyükada gab es vier Griechisch-Orthodoxe Kirchen und drei Kapellen, eine Armenisch-Katholische Kirche, eine Römisch-Katholische Kirche, eine jüdische Synagoge und eine Moschee, ein griechisches Waisenhaus, einen griechischen Friedhof und einen moslemischen Friedhof.

Wir wohnten auf der Insel in einem Viertel mit überwiegend griechischen Bewohnern. Einige Griechen hatten sogar die griechische und andere Griechen die serbische Staatsangehörigkeit. Unter ihnen gab es Handwerker und Fuhrunternehmer. In unserer Nachbarschaft gab es die Familie Franguli, die ein eigenes Geschäft hatte und  Brunnen baute.

Auf der Insel gab es eine griechische und eine türkische Grundschule. Alle griechischen Kinder haben die griechische Grundschule (sechs Jahre) besucht und um  die höhere Schule zu besuchen, sind sie mit der Fähre nach Istanbul gefahren. Die meisten Schüler besuchten das Zografion Gymnasium (12 Jahre).

Auf Büyükada gab es keine armenische Schule, die ich besuchen konnte, deshalb habe ich fünf Jahre die türkische Grundschule besucht. Eine armenische Grundschule gab es auf der Insel Kinaliada. Als kleines Kind konnte ich nicht mit der Fähre nach Kinaliada fahren.

Ich kann mich sehr gut erinnern, wie unsere Lehrerin BEHICE mich als Armenier behandelt hat. Sie hasste mich, weil ich Armenier war. Eines Tages, ich weiß nicht mehr was ich getan habe, sagte mir Frau Behice, gehe nach Armenien in die Schule. Diese Worte haben mir damals sehr wehgetan, ich war gerade 10 Jahre alt.

Später, als ich jeden Tag mit der Fähre nach Istanbul zum Privat-Armenischen Gymnasium fuhr, wurde ich mehre Male während der Überfahrt bei  Diskussionen von den türkischen gleichaltrigen Kindern gewarnt, ihnen nicht zu widersprechen, sonst würden sie zur Polizei gehen und sagen, dass ich das Türkentum beleidigt habe.  

 Im Sommer, ich glaube es war 1948, ging ich mit einem Bekannten auf Büyükada unter den Pinienbäumen spazieren.

Der Bekannte, der ein paar Jahre älter war als ich, war Kripobeamter. Wir merkten, dass hinter den Büschen ein Pärchen lag. Als wir uns den Beiden näherten, haben sie uns bemerkt, daraufhin zeigte der Bekannte seinen Ausweis und sagte zu den Beiden: der Herr hat mich aufmerksam gemacht, dass sie sich hier lieben, das ist ein öffentliches Ärgernis und verboten. Das Mädchen schaute mich an und sagte laut schreiend „er ist Armenier, er ist Armenier, er hat überhaupt nichts zu sagen“  und forderte ihren Freund auf, auf mich loszugehen. So war es in der Türkei, als Minderheit zu leben, eine Person, die nicht moslemische Türke ist aber die türkische Staatsangehörigkeit besitzt, hat nicht die gleichen Rechte wie ein moslemische Türke in der Türkei. 

Ich musste mich immer zurückhalten und den Moslem Türken nicht widersprechen. Ich habe 28 Jahre lang in der Zeit, die ich in der Türkei gelebt habe, unter Minderwertigkeitskomplexen gelitten. 

Ich habe die Freiheit gesucht und bin nach Deutschland ausgewandert. Hier wurde ich akzeptiert und habe keine Schwierigkeiten gehabt, bis die türkischen Gastarbeiter nach Deutschland kamen. Dann wurde ich wegen meines südländischen Aussehens von den Leuten, die mich nicht kannten, als Ausländer behandelt. Leider muss ich zugeben, dass dies immer noch bei einigen Deutschen der Fall ist, die die Ausländer nicht mögen, ich muss hier unterstreichen, dass das erst angefangen hat, nachdem die Türken nach Deutschland kamen  und Integrations-Schwierigkeiten hatten.

 

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